HIV-Therapie und Prävention für alle - auch in Deutschland
ID: 1291023
Chance / Deutscher Beitrag muss steigen / Versorgungslücken auch
hierzulande
UNAIDS hat heute seinen Bericht zum Welt-Aids-Tag 2015
veröffentlicht. Darin berichtet die HIV/Aids-Organisation der
Vereinten Nationen von großen Fortschritten beim Engagement gegen die
Epidemie.
Dazu erklärt Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe:
"Die Fortschritte seit der Jahrtausendwende sind eine
beeindruckende Erfolgsgeschichte. Wir haben alle Mittel, um
Infektionen zu verhindern und die Gesundheit von Menschen mit HIV zu
erhalten. Jetzt geht es darum, alle Menschen daran teilhaben zu
lassen - weltweit und auch in Deutschland."
HIV-Medikamente für alle
Die Zahl der HIV-Positiven, die Therapien erhalten, hat sich laut
UNAIDS zuletzt alle fünf Jahre verdoppelt. Diese Entwicklung gilt es
fortzusetzen. Denn noch werden die lebensrettenden Therapien mehr als
der Hälfte der Infizierten - rund 21 Millionen Menschen -
vorenthalten. Dabei schützen die Medikamente nicht nur die Gesundheit
HIV-Positiver und ermöglichen ein langes und weitgehend normales
Leben, sondern sie verhindern auch die Übertragung des Virus.
Deutschland kann mehr geben!
"Die internationale Gemeinschaft hat heute die historische Chance,
diese Epidemie in den Griff zu bekommen", sagt Sylvia Urban. "Jeder
Euro für dieses Ziel ist gut angelegt. Deutschland muss seinen
Beitrag zum Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria
erhöhen: 200 Millionen Euro jährlich sind - gemessen an der
Wirtschaftsleistung - zu wenig!"
UNAIDS berichtet, auf Basis immer besserer Daten und Analysen
könnten immer mehr Länder passgenaue Präventionsangebote für bisher
vernachlässigte, besonders stark von HIV betroffene Gruppen
bereitstellen - mit großem Erfolg.
Versorgungslücken auch in Deutschland
"Diesen Weg gilt es mit aller Entschiedenheit fortzusetzen", sagt
Sylvia Urban. "Prävention und medizinische Versorgung in Deutschland
sind international vorbildlich. Aber auch in Deutschland gibt es noch
vernachlässigte Gruppen. Auch in Deutschland sind noch Leben und
Gesundheit von Menschen in Gefahr, weil sie nicht die nötige
Unterstützung bekommen."
Welche Maßnahmen helfen würden, ist längst klar, wird aber
politisch noch nicht umgesetzt:
- Drogenkonsumräume für Heroinkonsumenten gibt es nur in sechs von
10 Bundesländern, obwohl sie nachweislich Leben retten und HIV-
sowie Hepatitis-Infektionen verhindern
- Menschen in Haft erhalten noch immer keine sterilen Spritzen -
das wirkungsvollste Instrument der HIV-Prävention im
Drogenbereich. In Bayern ist meist auch keine
Substitutionstherapie verfügbar, die den intravenösen Konsum
ersetzen kann - in Freiheit die Standardtherapie. Haft führt
damit zu vermeidbaren HIV- und Hepatitisinfektionen.
- Nicht zuletzt: Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus droht die
Abschiebung, wenn sie medizinische Versorgung suchen. Das kann
tödliche Folgen haben. "Wir brauchen ein verlässliches
Versorgungsmodell für Menschen ohne Papiere!", betont Sylvia
Urban.
Meldung zum UNAIDS-Bericht auf aidshilfe.de (mit UNAIDS-Material
zum Download): http://ots.de/YH5nK
"Weniger Drogentote sind möglich!" - Pressemitteilung zu
Drogenkonsumräumen: http://ots.de/CCMHI
Gesundheit in Haft: "Es hakt immer dann, wenn's teuer wird" auf
magazin.hiv: http://ots.de/WTxNu
Zur Situation von Menschen ohne Papiere: "Rascher Zugang zum
Gesundheitssystem verringert Kosten" auf magazin.hiv:
http://ots.de/19TVM
"Hoffen auf den anonymen Krankenschein" auf magazin.hiv:
http://magazin.hiv/2014/09/23/hoffen-auf-den-anonymen-krankenschein/
www.aidshilfe.de
Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Hilfe
Holger Wicht
Pressesprecher
Tel. 030 - 69 00 87 16
mobil 0171 274 95 11
holger.wicht@dah.aidshilfe.de
www.aidshilfe.de
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Datum: 24.11.2015 - 16:28 Uhr
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