Börsen-Zeitung: Keine Ausreden, Kommentar zum Bundeshaushalt von Angela Wefers
ID: 1291790
Merkel (CDU) in der Generaldebatte zum Bundeshaushalt 2016 hinter das
Ziel einer schwarzen Null gestellt. Sie will es nicht aufgegeben,
stellte die Kanzlerin klar. Hinter den Problemen, welche die
Flüchtlingswelle nach Europa trägt, dem Krieg in Syrien als einem der
Ausgangspunkte, der instabile Lage im Nahen Osten, der irritierenden
Rolle Russlands, den grausamen Terroranschlägen des IS und nicht
zuletzt dem Disput in der Koalition über den gebotenen politischen
Weg - dahinter könnte das Ziel eines ausgeglichenen Bundesetats im
nächsten Jahr nahezu verblassen.
Zum dritten Mal in Folge würde der Bund 2016 mit einem Etat ohne
Nettokreditaufnahme abschließen, wenn die schwarze Null steht. Nach
Jahrzehnten der Schuldenpolitik ist dies keine
Selbstverständlichkeit. 2016 wird es wegen der Flüchtlingskrise wohl
nur mit Überschüssen aus 2015 möglich sein. Dies geschieht durch den
Vortrag außerplanmäßiger Steuereinnahmen auf neue Rechnung. Der
schwarz-roten Koalition ist es gelungen, sich so weit zu
disziplinieren, dass sie den Geldsegen in die Reserve schiebt. Sie
hätte - wie andere Koalitionen vor ihr - damit auch politische
Wünsche erfüllen können. Die Listen dafür sind lang. Sie hat aber
widerstanden - auch dies ist keine Selbstverständlichkeit.
Dennoch ist die finanzielle Vorsorge kein Garant, dass der Etat im
nächsten Jahr in der Balance bleibt. Unbekannt ist die Zahl der
Flüchtlinge, die nach Deutschland strebt, unbekannt die Zahl derer,
die am Ende hier bleibt. Gleichwohl zeigt sich Merkel entschlossener
als Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), den Kurs zu halten.
Für Schäuble wird an erster Stelle finanziert, was nötig ist. Erst an
zweite Stelle steht nach seinen Worten, dass dies möglichst ohne
Schulden zu schaffen sein soll. Das "Nötige" aber ist ein dehnbarer
Begriff.
Die Flüchtlinge werden, wenn sie in Deutschland bleiben, in den
nächsten Jahrzehnten dauerhafte Kosten verursachen. Es ist eben kein
vorübergehender Zustand, sondern die neuen Realität. Dies hat auch
lang anhaltende finanzielle Auswirkungen. Merkel sieht zwar auch,
dass es sachliche Gründe für Mehrausgaben geben könnte, bei denen
"man sich nie einmauern darf". Aber in ihrer grundsätzlichen Haltung
ist sie klarer als der Finanzminister: Die Flüchtlingsaufgabe darf
keine Ausrede sein, um von allen früheren Grundsätzen abzuweichen.
Ihre Einschätzung, dass dies noch manche Diskussion erfordern wird,
spricht für Merkels Realitätssinn.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.11.2015 - 20:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1291790
Anzahl Zeichen: 2951
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 270 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Keine Ausreden, Kommentar zum Bundeshaushalt von Angela Wefers"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Plänen in der Politik, Kapitaleinkünfte stärker zu besteuern ...
Wer Geld zur Seite legt, um für die Zukunft vorzusorgen, gehört heute weniger denn je als Reicher diffamiert, sondern belohnt. Denn gerade diese Bürger entlasten die Solidargemeinschaft. Mit höheren Zinssteuern sendet der Staat an die Bürger das fatale Signal: Verjuble heute dein Geld, und
Franchise-System für Business Center ...
Das IBS System, mit seiner eingeführten Marke und dem seit mehr als 25 Jahren bewährten Geschäftskonzept, ermöglicht dem Interessenten eine Selbständigkeit mit minimalen Risiken, so Rieta Vanessa de Soet. Franchising bietet eine große Reihe an Vorteilen für einen Unternehmer und man hat de
Korrektur der Veröffentlichung vom 01.02.2008 Veröffentlichung gem. § 26 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung ...
ADVA Optical Networking SE / Korrektur der Veröffentlichung vom 01.02.2008 Veröffentlichung gem. § 26 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung . Verarbeitet und übermittelt durch NASDAQ OMX Corporate Solutions. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich. Sourc
Veröffentlichung gem. § 26 Abs.1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung ...
ADVA Optical Networking SE / Veröffentlichung gem. § 26 Abs.1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung . Verarbeitet und übermittelt durch NASDAQ OMX Corporate Solutions. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich. Source: Globenewswire Wir haben folgende Mitteilungen




