NOZ: NOZ: Schauspielerin Kunzendorf beklagt Kosten- und Zeitdruck beim Drehen
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beim Drehen
Schauspielerin hadert mit den TV-Produktionsbedingungen: Das geht
immer auf Kosten der Qualität - Auf der Theaterbühne liebte sie den
Moment vor dem Applaus
Osnabrück. Schauspielerin Nina Kunzendorf beklagt die
Arbeitsbedingungen beim deutschen Fernsehen: "Es gibt einiges, womit
ich hadere und woran ich manchmal auch verzweifle. Wir haben zum
Beispiel ganz wunderbare Autoren in Deutschland, aber die haben zu
wenig Zeit, um ihre Bücher mit Sorgfalt und Besonnenheit zu
entwickeln oder - wie es in anderen Ländern ja gemacht wird - in
einem Writers Room zu arbeiten," sagte die 44-Jährige der "Neuen
Osnabrücker Zeitung".
Außerdem werde der finanzielle und dadurch der zeitliche Druck
immer größer: "Wo man früher 24, 25 Drehtage hatte, macht man heute
einen 90-Minüter in 21 oder noch weniger Drehtagen. Das geht immer
auf Kosten der Qualität - für Regisseure natürlich am meisten, aber
auch für die einzelnen Gewerke und für die Schauspieler. Ich empfinde
das als sehr einschränkend. Und ich habe augenblicklich keine
Hoffnung, dass sich daran noch mal etwas zum Positiven verändert."
Kunzendorf, die vor ihrer Filmkarriere etliche Jahre auf der
Theaterbühne stand, räumte ein, in dieser Zeit lange an ihren
Qualitäten gezweifelt zu haben: "In meinem Beruf ist man ja ständig
mit der subjektiven Beurteilung durch andere konfrontiert. Der eine
findet es großartig, was man macht, und der andere kann gar nichts
damit anfangen. Das macht es manchmal schwer, ein wirkliches Gespür
dafür zu kriegen, ob man etwas kann oder nicht. Das geht bei mir und
vielen meiner Kollegen einher mit der Frage: Täuschen sich alle,
handelt es sich um einen großen Irrtum, hat nur noch keiner gemerkt,
dass ich überhaupt nichts kann und ein großer Scharlatan bin? Das hat
mich zu meinen Theaterzeiten sehr lange verfolgt, da war ich
wahnsinnig nervös und sehr unsicher."
Geliebt habe sie hingegen einen kurzen Augenblick auf der Bühne:
"Das schönste Gefühl bei einer Theatervorstellung war immer der
Moment vor dem Applaus, die Schnittstelle zwischen Ende der
Vorstellung und dem Applaus. Der mag sehr kurz sein, aber für mich
war er immer sehr lang und intensiv." Dies sei "ein ganz besonderer,
kostbarer Zustand, den man beim Drehen nie hat".
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Datum: 19.12.2015 - 07:00 Uhr
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