Zoo Duisburg nach erneutem Delfintod in der Kritik - WDSF fordert Einschreiten der Aufsichtsbehörde

Zoo Duisburg nach erneutem Delfintod in der Kritik - WDSF fordert Einschreiten der Aufsichtsbehörden

ID: 1304777
(ots) - Die Delfingeburten der beiden Delfinweibchen Daisy
und Delphi verkündete der Zoo am 22. und 24. Dezember gleichentags
noch als Weihnachtsüberraschung. Heute erfolgte die Meldung über den
Tod des Delfinbabys von Daisy das gestern morgen nach nur 13 Tagen
gestorben war.

Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisiert schon seit
längerem die hohe Todesrate bei den nicht nachhaltigen
Zuchtbemühungen in den beiden von ursprünglich zehn verbliebenen
Delfinarien im Duisburger Zoo und Nürnberger Tiergarten. Nach Angaben
des WDSF überlebten von 29 Nachzuchten bisher nur acht Tiere in
Duisburg. Insgesamt über 60 Meeressäuger hätten ihren frühzeitigen
Tod dort in Gefangenschaftshaltung gefunden. Innerhalb von fünf
Jahren seien den Delfinen aufgrund einer Aktenanalyse durch das WDSF
24 Medikamente und Heilmittel verabreicht worden.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Wir bedauern den Tod des
Delfinbabys von Daisy außerordentlich. Noch mehr schockiert uns
jedoch die Uneinsichtigkeit der Zooleitung, die überwiegend
vergeblichen Nachzuchtbemühungen fortzusetzen. Es wird ohne Rücksicht
auf die Sozialstruktur der sensiblen Delfine auf Teufel komm raus
gezüchtet. Sobald die wenigen Delfinweibchen, die überhaupt überlebt
haben, das geschlechtsreife Alter erreichen, werden sie in andere
Delfinarien transportiert, um dort die Zuchtbemühungen fortzusetzen.
Die katastrophalen Haltungsbedingungen in den kleinen Betonbecken mit
fortlaufender Medikamentengabe grenzt an Tierquälerei."

Erst im August letzten Jahres war in Duisburg ein Delfinbaby der
Delfinmutter Pepina nach nur einer Woche verstorben. Die
Schwangerschaftsphase hatte der Zoo noch ausführlich auf seiner
Homepage illustriert. Dass die Jungtiersterblichkeit bei Delfinen
aufgrund des sich erst in den ersten Lebenswochen entwickelnden


Immunsystems im Freiland ebenso hoch sei wie in Delfinarien, wie der
Zoo behauptet, bestreitet das WDSF aufgrund mangelnder
wissenschaftlicher Nachweise.

Nachdem das WDSF in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht
Düsseldorf im Oktober 2014 ein Urteil gegen den Zoo Duisburg erwirkt
hatte, dass der Zoo verpflichtet sei, fortlaufend die
tiermedizinischen Berichte der Delfine zu veröffentlichen, findet
sich der letzte Eintrag auf der Homepage des Zoos zur Delfinmutter
Daisy am 10. Juni 2015 über eine von insgesamt drei Blutuntersuchung
im gesamten Jahr 2015. Seit über vier Jahren seien Daisy entsprechend
der Vermerke keine Medikamente verabreicht worden und es soll nach
den Einträgen auch keine Ultraschalluntersuchungen gegeben haben,
während bei der Delfinmutter Delphi alleine im Dezember sechs
Ultraschalluntersuchungen anstanden.

Ortmüller: "Entweder hat der Zoo seine tierärztliche
Fürsorgepflicht bei der Schwangerschaft von Daisy durch fehlende
Kontrollen mit der möglichen Folge des jetzigen Todes des Delfinbabys
völlig vernachlässigt oder die Einträge in den tierärztlichen
Berichten wurden entgegen des Gerichtsurteils nicht vollständig
aufgeführt. In beiden Fällen sind die Aufsichtsbehörden des Zoos beim
Umweltamt der Stadt Duisburg, beim NRW-Landesamt für Umwelt und
Verbraucherschutz (LANUV) und als oberste Behörde beim
Umweltministerium gefordert, die Nachlässigkeiten aufzuklären und
gegebenenfalls zu ahnden."

Homepage Zoo Duisburg:

Tiermedizin Daisy:
http://www.delfinarium-zoo-duisburg.de/akte.php?name=Daisy&jahr=2015

Tiermedizin Delphi:
http://www.delfinarium-zoo-duisburg.de/akte.php?name=Delphi&jahr=2015

Tiermedizin Pepina:
http://www.delfinarium-zoo-duisburg.de/akte.php?name=Pepina&jahr=2015



Pressekontakt:
Jürgen Ortmüller
Gesellschafter-Geschäftsführer
Mobil: 0151 24030 952

Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)
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