Südwest Presse: Kommentar - Gewalt gegen Frauen
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Mehr als 100 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe und Raub, mehrere
hundert Täter - die Gewaltwelle der Silvesternacht am Kölner
Hauptbahnhof macht sprachlos. Es ist gut möglich, dass die Ereignisse
von Köln einmal als Wendepunkt in der Zuwanderungsdebatte in
Deutschland gelten werden. Viele Menschen sehen sich in ihren Ängsten
bestätigt und verlangen Konsequenzen. Die sind auch nötig - und zwar
nicht nur gezielt gegen die Täter aus der Silvesternacht. Die müssen
mit der vollen Härte des Strafrechts verfolgt und belangt werden.
Doch das allein reicht nicht. Die Ereignisse deuten auf ein
Grundproblem der deutschen Eiwanderungspolitik: Es bilden sich in
Deutschland Parallelgesellschaften aus Menschen, die zwar keinen
Asylanspruch und keine beruflichen Perspektiven haben, aber dennoch
hier ihr Glück suchen - häufig als Kleinkriminelle, und häufig genug
in Subkulturen, in denen Machotum und Frauenverachtung gedeihen. Ein
Rechtsstaat darf eine solche Entwicklung nicht dulden. Das gilt
gerade dann, wenn es darum geht, den Hetzern entgegenzutreten, die
die Gewalt von Köln zum Anlass nehmen wollen, um Flüchtlinge oder
Muslime im Allgemeinen zu verteufeln. Deutschland muss ein Land
bleiben, in dem politisch Verfolgte und Kriegsflüchtlinge Aufnahme
finden. Das aber kann nur funktionieren, wenn jene, die das Gastrecht
missbrauchen, vor Gericht gestellt werden.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 06.01.2016 - 18:53 Uhr
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