stern: Bundesregierung ohne Frauenquote / Topjobs in Ministerien haben meist Männer
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nehmen zumeist Männer die Führungspositionen ein. Unter den 28
beamteten Staatssekretären sind gerade einmal fünf Frauen. Das
entspricht einem Anteil von 18 Prozent. Auf der Ebene der
Abteilungsleiter liegt der Frauenanteil bei 23 Prozent. Das räumte
die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Cornelia Möhring ein,
der frauenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion. Möhring sagte dem
stern: "Wenn die Bundesregierung mit diesen beachtlichen Hochburgen
des Patriarchates ihre eigene Gleichstellungsarbeit als vorbildlich
bezeichnet, muss man sich nicht wundern, wenn der Frauenanteil in den
Unternehmensvorständen nur 5,9 Prozent erreicht." Für Aufsichtsräte
von großen, börsennotierten Unternehmen gilt seit Januar dieses
Jahres eine Frauenquote von 30 Prozent. Die Zahlen für die
Ministerien beziehen sich auf den Stichtag 30. Dezember 2014.
Jüngeres Zahlenmaterial hat die Bundesregierung nicht.
Besonders hoch ist der Frauenanteil demnach im von Manuela
Schwesig (SPD) geführten Familienministerium. Auch das Justiz-,
Entwicklungs-, Umwelt- und Gesundheitsministerium erreichen auf
Abteilungsleiterebene einen Schnitt von über 30 Prozent. Damit jedoch
bilden sie eine Ausnahme. Das Finanzministerium hat keine
Staatssekretärin und nur zehn Prozent der Abteilungsleiter sind
weiblich. Das Landwirtschaftsministerium hatte zum Stichtag 31.
Dezember 2014 sogar keine einzige Abteilungsleiterin. Astrid
Hollmann, stellvertretende Bundesvorsitzende des Beamtenbunds (dbb),
erklärte die Ungleichheit im Gespräch mit dem stern auch damit, dass
Frauen, die wegen der Familie in Teilzeit wechseln, mit ihrer
Karriere oft nicht mehr recht vorankämen. "Außerdem sind Männer bei
Bewerbungen für Stellen oft selbstsicherer. Frauen sind generell
selbstkritischer und stellen ihre Qualifikation für hohe Positionen
eher infrage."
In einer Stellungnahme schrieb das Bundesfamilienministerium, das
gemeinsam mit dem Bundesjustizministerium für die Quotenregelung in
der Wirtschaft verantwortlich ist: "Die im Grundgesetz verankerte
Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Deutschland ist leider
noch nicht Wirklichkeit geworden. Es sind nach wie vor nur wenige
Frauen in Führungspositionen von Wirtschaft, Wissenschaft und
Verwaltung vertreten." Die Politik solle mit gutem Beispiel voran
gehen. Im Sommer 2016 will die Regierung einen Gleichstellungsindex
veröffentlichen.
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Datum: 15.01.2016 - 11:38 Uhr
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