NOZ: AfD will CDU beerben
ID: 1310512
Flüchtlingskrise: Niedersachsens Parteichef Hampel lehnt Kürzung
der Entwicklungshilfe ab
Osnabrück. Die Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) gibt
sich nach guten Umfragewerten selbstbewusst und will die CDU als
konservative Kraft beerben. In einem Gespräch mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) sagte Niedersachsens AfD-Landeschef
Armin Paul Hampel: "Ich halte uns für die natürliche Nachfolgepartei
der Christlich Demokratischen Union Deutschlands." Die CDU habe sich
"durch mangelnde Inhalte und ein Personal-Tableau, das nicht mehr
überzeugt, selbst ins Abseits gestellt".
Hampel hat sich ehrgeizige Ziele für das Abschneiden der AfD bei
den anstehenden Wahlen gesetzt: "Wir wollen 2018 auch in
Niedersachsen zweistellig werden, wie sich das in anderen
Bundesländern schon andeutet."
In bundesweiten Umfragen hat die Rechtspartei, die von der
Flüchtlingskrise profitiert, deutlich zugelegt und erreicht
inzwischen zehn bis elf Prozent. Es gilt als sicher, dass sie am 13.
März bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und
Sachsen-Anhalt in die Parlamente ziehen wird. In Niedersachsen ist
die AfD nicht im Landtag vertreten.
In der Flüchtlingsdebatte sprach sich Hampel gegen den Vorschlag
von SPD-Chef Sigmar Gabriel aus, afrikanischen Ländern die
Entwicklungshilfe zu kürzen, wenn sie abgeschobene Migranten nicht
zurücknehmen. "Das ist Unsinn", sagte Hampel. "Entwicklungshilfe zu
kürzen ist nicht im Sinne dieser Länder und nicht in unserem Sinne."
Europa müsse stattdessen afrikanischen Ländern freien Zugang zum
Weltmarkt gewähren, um deren Wirtschaft zu unterstützen. Um den
Flüchtlingsstrom aus Syrien und dem Irak zu verringern, müsse Europa
"mit robusten UN-Mandaten dort Schutzzonen schaffen für Menschen,
damit sie dort sicher leben können". Die Integration von 1,1
Millionen Flüchtlingen, die Deutschland im vergangenen Jahr
aufgenommen habe, "wird nicht funktionieren", sagte Hampel.
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Datum: 20.01.2016 - 05:00 Uhr
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