Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Volkswagen
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Tageslicht. Diesen Eindruck vermitteln die Ermittlungen bei
Volkswagen. Wenn es stimmt, dass viel mehr Manager als bisher von
der Konzernspitze eingeräumt an den Abgas-Manipulationen beteiligt
waren oder zumindest davon wussten, sagt dies Erschreckendes über die
Führungsstruktur bei Europas größtem Autobauer aus. Eine ganze
Abteilung fühlte sich offenbar von den Vorgaben des VW-Vorstandes
derart unter Druck gesetzt, dass sie sich nicht anders zu helfen
wusste, als Software zu fälschen. Aus Sorge um ihren Job und aus
Angst zu versagen wurden Techniker zu Fälschern. Die kriminelle
Energie, die dahinter steckt, ist das eine und nicht entschuldbar.
Da aber der Fisch zuerst vom Kopf an stinkt, dürfte die Aussage
eines Kronzeugen nun die gesamte Führungsriege bei Volkswagen in
Bedrängnis bringen. Dazu gehört der inzwischen abgetretene
langjährige Konzernboss Martin Winterkorn ebenso wie sein
Nachfolger Matthias Müller und weitere Vorstände. Wird hier etwa von
oberste Stelle versucht, etwas unter den Teppich zu kehren? Das wäre
fatal und würde das Vertrauen von Millionen Kunden abermals
nachhaltig erschüttern. Oben passt etwas nicht. Der Fall VW ist
noch lange nicht abgeschlossen.
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Westfalen-Blatt
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Andreas Kolesch
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Datum: 24.01.2016 - 21:30 Uhr
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