Lausitzer Rundschau: Großes Potenzial
Experten ziehen Bilanz bei Spitzenforschung
ID: 1314952
Land, sieht man einmal von seinen Kohlevorkommen ab. Umso wichtiger
wird es, einen anderen "Schatz" zu heben, das Intelligenzpotenzial
der Menschen. Dafür freilich braucht es einen deutlich längeren Atem,
als mal eben die Erde umzugraben. Diesen Umstand hat die Politik
lange Zeit unterschätzt. So kam es, dass Top-Wissenschaftler lieber
ins Ausland gingen, weil sie dort deutlich bessere Rahmenbedingungen
für ihre Forschungen vorfinden. Allein zwischen 1996 und 2011
wanderten Untersuchungen zufolge 4000 Spitzenkräfte mehr ab als in
diesem Zeitraum nach Deutschland kamen. Doch es gibt Hoffnung. Mit
der vor über zehn Jahren angeschobenen "Exzellenzinitiative", einem
Programm von Bund und Ländern, das Spitzenforschung fördern und
deutsche Universitäten für den internationalen Wettbewerb fit machen
soll, ist Deutschland auf dem richtigen Weg. So liest sich jedenfalls
der jetzt veröffentlichte Bericht einer Expertenkommission, ohne sich
im Lob zu erschöpfen. Nur ein Beispiel: Zwar gibt es hierzulande so
viele Studenten wie noch nie. Doch die Zahl der Professoren hält
damit nicht Schritt, weil einschlägige Länder-Verordnungen für jede
neue Professur auch eine erhöhte Zuweisung von Studierenden vorsehen.
Solche Webfehler im System müssen behoben werden, wenn nun über ein
notwendiges Anschlussprogramm diskutiert wird. Dass der
Wissenschaftsstandort Deutschland besser als sein Ruf ist, lässt sich
übrigens auch an der Zahl der angemeldeten Patente ablesen. 2014 war
die Republik hier Europameister. Die USA vermeldeten damals
allerdings mehr als doppelt so viele Patentanmeldungen. Fazit:
Deutschland muss sich keineswegs verstecken. Aber in seinem Rohstoff
Bildung steckt noch großes Potenzial.
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Datum: 29.01.2016 - 19:54 Uhr
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