Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Anschlägen auf Flüchtlingsheime
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Mensch, der dem Bürgerkrieg in Syrien entkommen ist, im vermeintlich
sicheren Deutschland getötet wird. Bei dem mutmaßlichen
Handgranatenanschlag auf das Flüchtlingsheim fehlte nicht viel. Im
Internet hetzen angeblich besorgte Deutsche hemmungslos gegen
Flüchtlinge, und die »Pegida«-Bewegung tut ein Übriges, um die »Angst
vor der Überfremdung« zu schüren. Das ist der Boden, auf dem
Ausländerhass zu Gewalt wird und sich einige berufen fühlen, im Namen
des Volkes zu handeln. Allein in Nordrhein-Westfalen verachtfachte
sich die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsheime in nur einem Jahr,
und bundesweit schnellte die Gruppe der gewaltbereiten
Rechtsextremisten 2015 um mehr als 1000 auf 11 500 hoch.
Gefordert sind Justiz und Politik. Bislang wird kaum einer, der
Anschläge auf Asylbewerberheime verübt, geschnappt. Um abschreckende
Wirkung zu erzielen, muss der Fahndungsdruck erhöht werden. Und
Parteien wie die AfD und CSU sollten in ihrem Streit über die
richtige Flüchtlingspolitik verbal abrüsten. Die Aufnahme und
Integration von mehr als einer Million Menschen kann nur in einem
sachlichen Klima gelingen. Deutschland ist zur Aufregungsdemokratie
geworden - mit fatalen Folgen.
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Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
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Datum: 29.01.2016 - 21:00 Uhr
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