Rheinische Post: Arbeitsmarktexperten kritisieren Nahles-Plan für 100.000 Flüchtlings-Jobs
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Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) scharf kritisiert,
100.000 staatlich geförderte Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge zu
schaffen. "Ziel der Integration der Geflüchteten muss es sein, sie so
schnell, aber auch so gut wie möglich in den Arbeitsmarkt zu
bringen", sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts
für Wirtschaftsforschung (DIW), der in Düsseldorf erscheinenden
"Rheinischen Post" (Freitagausgabe). Diese Ziele würden
subventionierte Arbeitsgelegenheiten oder Ein-Euro-Jobs nicht
erfüllen. "Öffentlich geförderte Arbeitsgelegenheiten erscheinen
nicht als der richtige Weg, Flüchtlinge in Arbeit zu bringen", sagte
auch Ronald Bachmann, Chef der Arbeitsmarktabteilung des
Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in
Essen. "Sie mögen zwar kurzfristig bei der sozialen Integration
hilfreich sein. Längerfristig stellen sie aber wohl kaum ein gutes
Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt dar", sagte Bachmann.
"Durch Ein-Euro-Jobs würden Flüchtlinge vom regulären Arbeitsmarkt
wegsubventioniert", warnte auch Holger Schäfer vom Institut der
deutschen Wirtschaft (IW). Sie bräuchten keine
Beschäftigungstherapie, sondern Qualifizierung. Viele von ihnen seien
hochmotiviert. Um zu verhindern, dass sie zu lange nicht arbeiten,
müssten die Asylverfahren beschleunigt werden. Nahles will jährlich
450 Millionen Euro in die Arbeitsgelegenheiten stecken.
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Datum: 12.02.2016 - 04:00 Uhr
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