Börsen-Zeitung: Chaostage in Essen, Kommentar zu RWE von Andreas Heitker
ID: 1322317
Stammaktionären die Dividende. Dies kommt überraschend, ist aber
verständlich und absolut vernünftig. Sollte im Zuge der weiteren
Abwicklung der Atomkraft tatsächlich die Gründung eines
öffentlich-rechtlichen Fonds beschlossen werden, müsste RWE
Milliarden an Barmitteln freisetzen können. Und die Strombörsenpreise
testen zudem Monat für Monat neue Tiefstände. Geht es so weiter, wird
das Kraftwerksgeschäft, die einst mit Abstand wichtigste
Ergebnisstütze des Konzerns, schneller in die Verlustzone rutschen
als selbst von Pessimisten erwartet.
In der jetzigen Situation gilt es, das Geld zusammenzuhalten und
die Bilanz zu stärken. Dazu wäre ein Dividendenausfall ein wichtiger
Schritt. Schon im vergangenen Jahr war er vereinzelt von Investoren
gefordert worden. Die Rahmenbedingungen für RWE haben sich seither
beileibe nicht verbessert.
Trotzdem enthält die Dividendenentscheidung, die jetzt öffentlich
gemacht wurde, einiges an Sprengkraft. Es gibt ja bislang lediglich
einen Vorstandsbeschluss. Der Aufsichtsrat wurde noch nicht mit
einbezogen. Ob die Veröffentlichung aktienrechtlich der sauberste Weg
war, wie es das Unternehmen darstellt, sei einmal dahingestellt. Es
hätte sicherlich auch noch andere Wege gegeben, die zuvor auch eine
Abstimmung mit dem Kontrollgremium möglich gemacht hätten - selbst
wenn ein Dividendenausfall für die kommunalen Aktionäre eine
Katastrophe ist.
Es verfestigt sich wieder einmal der Eindruck, den man zuletzt
häufiger gewinnen konnte, dass es bei RWE aktuell an klaren
Strukturen fehlt sowie an einer abgestimmten Zusammenarbeit der
Gremien. Das mag an der Krise insgesamt liegen, an dem tiefgreifenden
Umbau, in dem der Konzern steckt oder aber an dem in Auflösung
begriffenen Aufsichtsrat, dessen künftige Zusammensetzung noch
niemand so recht kennt. Allein auf Anteilseignerseite müssen im April
ja bis zu fünf neue Mitglieder gewählt werden.
Und so kam es, dass im letzten halben Jahr gleich mehrfach nicht
abgestimmte oder inhaltlich noch gar nicht ausgereifte strategische
Weichenstellungen verkündet wurden. Die Gründung der neuen
Wachstumstochter, die RWE abspalten und an die Börse bringen will,
und die Besetzung ihres Führungsteams sind hierfür ein gutes
Beispiel. Immer wieder dringen auch hier Interna nach außen. Es
herrscht Misstrauen zwischen Gremien. Für die Bewältigung einer
existenziellen Krise sind dies alles andere als gute Voraussetzungen.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.02.2016 - 20:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1322317
Anzahl Zeichen: 2907
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 486 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Chaostage in Essen, Kommentar zu RWE von Andreas Heitker"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Fritz Kübler GmbH ausgezeichnet als Top Arbeitgeber ...
Zum wiederholten Mal konnten Geschäftsführer Lothar Kübler und Personalleiterin Anja Müller stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kübler das ?Top Job?-Siegel aus den Händen des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement entgegennehmen. ?Wir widmen die Ausz
Ostsee-Zeitung: Tourismusbeauftragte der Regierung Gleicke: Mindestlohn hat zum Plus im Gastgewerbe beigetragen ...
Rostock. Nach Ansicht der Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Wirtschaftsstaatssekretärin Iris Gleicke (SPD), hat der gesetzliche Mindestlohn zum kräftigen Umsatzplus sowie zu mehr Beschäftigung im Gastgewerbe beigetragen: Der Ostsee-Zeitung (Donnerstag) sagte die SPD-Politikerin: &quo
WAZ: RWE brüskiert die Städte - Kommentar von Ulf Meinke zur RWE-Dividende ...
Die Stadt Düsseldorf hat schon vor Jahren ihre Aktien des Essener Energieversorgers RWE verkauft. Der Wert des Unternehmens war damals um ein Vielfaches höher als heute. Doch wenn wieder einmal die Frage aufkam, warum sie so beharrlich an den RWE-Aktien festhalten, verfügten bislang auch die
Wie gewonnen, so zerronnen ...
TerraX Minerals (ISIN: CA88103X1087 - http://www.commodity-tv.net/c/mid,35257,VRIC_2016/?v=295707) besitzt mit dem Yellowknife Goldprojekt in den Northwest Territories rund 120 Quadratkilometer bestes Goldland im Yellowknife Grünsteingürtel. Hochgradige Bohrergebnisse sind vorhanden. Pershing




