Lausitzer Rundschau: Deutschland im Glück
Zum Rekordüberschuss in den öffentlichen Haushalten
ID: 1324747
schwer beneiden. Zumindest, was die Finanzen angeht. Sage und
schreibe 19,4 Milliarden Euro haben Bund, Länder, Kommunen und
Sozialkassen im vergangenen Jahr mehr eingenommen als ausgegeben. Ein
Rekordüberschuss dank Rekordbeschäftigung und guter Konjunktur. Kann
der deutsche Staat nun aus dem Vollen schöpfen? In gewissem Maße
schon, aber längst nicht so, wie es das gigantische Kassenplus
verheißt. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es sich bei dem
Geldregen zum Teil um einmalige Einnahmen handelt, die so nicht
wiederkehren werden. Allein die Versteigerung weiterer
Mobilfunklizenzen spülte dem Bund im vergangenen Jahr rund fünf
Milliarden Euro in die Kasse. Zur Wahrheit gehört auch, dass
Finanzminister Wolfgang Schäuble einen dicken Batzen der
Mehreinnahmen bereits für die Bewältigung der Flüchtlingsströme
reserviert hat. Zur Integration der Asylsuchenden sind rund sieben
Milliarden Euro als Rücklage veranschlagt. Das ist auch mehr als
vernünftig, soll die Eingliederung in die deutsche Gesellschaft
gelingen. Und der Finanzbedarf an dieser Stelle könnte weiter
steigen. Denn noch ist nicht absehbar, wie viele Flüchtlinge in
diesem Jahr nach Deutschland kommen. Wenigstens muss dafür nicht an
anderer Stelle gespart werden. Denn das zöge garantiert eine
Diskussion nach sich, die den Petrys und Pegidas dieser Welt in die
Hände spielen würde. Darüber hinaus sollte man nicht außer Acht
lassen, dass die gute Wirtschaftslage keine Ewigkeitsgarantie
besitzt. In China zum Beispiel schwächelt das Wachstum, was
zwangsläufig Folgen für eine Exportnation wie Deutschland haben muss.
Nicht zuletzt deshalb beurteilen deutsche Firmenchefs die Lage
ausweislich der neuesten Ifo-Zahlen so pessimistisch wie seit einem
Jahr nicht mehr. Und auch das niedrige Zinsniveau, seit Langem ein
echter Sparposten in allen öffentlichen Haushalten, muss nicht auf
Dauer so bleiben. Trotz solcher Risiken gibt es freilich keinerlei
Anlass zur Schwarzmalerei. Denn auch nach Abzug aller Einmalposten
und möglichen Unwägbarkeiten bleiben noch finanzielle Spielräume,
über deren sinnvolle Ausgestaltung es sich nachzudenken lohnt. Nur
ein Beispiel: Zeitgleich mit dem Bekanntwerden des Rekordüberschusses
ist der neue Armutsbericht der Sozialverbände erschienen. Das größte
Armutsrisiko tragen demnach Menschen mit niedrigem Bildungs- und
Qualifizierungsniveau. Vielfach handelt es sich um
Langzeitarbeitslose. Seit Jahren liegt ihre Zahl unverändert bei etwa
einer Million. Trotzdem wurden die Programme zur ihrer
Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt stark zusammengestrichen.
Warum eigentlich? Sage niemand, dafür sei kein Geld da.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.02.2016 - 21:31 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1324747
Anzahl Zeichen: 3128
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 360 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Deutschland im Glück
Zum Rekordüberschuss in den öffentlichen Haushalten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Computervirus "Locky" Angriff auf die Lebensader Stefan Weber ...
Diese Nachrichten schrecken auf: Krankenhäuser müssen ihre Computernetze herunterfahren, OP-Termine verschoben werden, weil Computerviren Daten vernichten. Experten warnen vor gefährlichen Dateien, jeder Klick stellt ein Risiko dar. Der Angriff auf unsere Daten, unser Geld ist in vollem Gange
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Agitation aus Moskau ...
Das erste Opfer jedes Krieges ist die Wahrheit. Diese bittere Erkenntnis trifft auf nahezu jede Auseinandersetzung zu - und sie passt zu den Lügen und Manipulationsversuchen, mit denen Russland seit einiger Zeit gezielt die Einheit der westlichen Staaten attackiert. Es ist die Reaktion auf di
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Paderborner Urteil Angemessene Milde CARSTEN HEIL ...
Zwei Polizisten sind tot, umgekommen auf der A 44 bei Paderborn, als mitten in der Nacht ein Lkw auf ihr gut beleuchtetes Dienstfahrzeug prallte. Im Dienst der Sicherheit und für das Leben anderer Verkehrsteilnehmer haben sie ihr Leben verloren. Der Lkw-Fahrer hat einen schrecklichen Fehler gema
Rheinische Post: Kommentar / Schotten dicht = Von Matthias Beermann ...
Auf dem Balkan werden die Grenzen geschlossen, während die Türkei unverdrossen weitere Flüchtlinge über die Ägäis schickt. Griechenland könnte schon in wenigen Tagen unter dem Ansturm kollabieren, der umso stärker wird, je mehr sich die Nachricht von einer bevorstehenden Schließung der B




