Lausitzer Rundschau: Zäune im Herzen
Zu den Zuständen an der mazedonisch-griechischen Grenze
ID: 1327256
in Ungarn schon eine Kamerafrau, die Flüchtlingen auf den letzten
Metern ein Bein stellte. Und es gab in Deutschland schon
AfD-Vertreter, die schießen lassen wollten; unklar war, ob auch auf
Frauen und Kinder. Geschossen wird zum Glück noch nicht. Aber das ist
angesichts der aktuellen Vorkommnisse an den Zäunen vor Mazedonien
und in Calais auch nicht mehr sehr fern. Wer Herz hat, findet
unerträglich, was da jetzt passiert. Das sind Flüchtlinge,
Hilfesuchende, keine Verbrecher. Immer mehr stauen sich im Nirgendwo.
Das Tränengas und die vielen Tränen, die auch ohne Gas fließen, sind
dabei nicht die unschöne Folge einer leider unabdingbaren Maßnahme,
frei nach dem Motto: "Wo gehobelt wird, fallen Späne". Sondern sie
sind die Folge massiver Kälte und massiven Versagens der europäischen
Nationen. Mag für Deutschland und wenige andere Länder eine Grenze
der Belastung in Sicht sein (wobei, da geht noch viel, viel mehr),
für Europa mit seinen mehr als 500Millionen Einwohnern ist
sie es bei einer Million Flüchtlinge noch lange nicht. Und es ist
darüber hinaus noch lange nicht alles getan, um den Menschen zu
helfen, in ihrer Heimat zu bleiben oder wenigstens in den heimatnahen
Flüchtlingslagern. Herr Seehofer, Frau Klöckner, Herr Orban, Frau
Petry: Auf dem gesamten Balkan einschließlich Österreich gibt es
jetzt Ihre Obergrenze. Ihre Zäune stehen. Alles, wie Sie es
vorgeschlagen haben. Fahren Sie hin, gucken Sie sich das Ergebnis an.
Und sagen Sie etwas. Irgendetwas Sinnvolles.
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Datum: 29.02.2016 - 21:24 Uhr
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