Westfalenpost: Wilfried Goebels zum NRW-Integrationsplan
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Herausforderung seit der Wiedervereinigung. Damit Nordrhein-Westfalen
den Notfallmodus verlassen kann, braucht es eine umfassende Strategie
und klare Ziele. Der Integrationsplan kann die Grundlage für eine
konzertierte Aktion der Politik werden. Richtig ist, der Bund muss
sich mit mehr Geld an der Finanzierung der Integration der
Flüchtlinge beteiligen. Das kann aber nicht bedeuten, dass NRW mit
dem Finger nach Berlin zeigt, selbst aber kaum Prioritäten setzt.
Dreh- und Angelpunkt der Integrationspolitik für Flüchtlinge ist
deren Einbindung in den Arbeitsmarkt. Sprache, Bildung und Ausbildung
müssen in den Vordergrund der Politik rücken. Zusätzliche
Lehrstellen, Praktika und internationale Förderklassen an
Berufskollegs sind unverzichtbar, wenn Flüchtlinge schnell in Arbeit
kommen sollen. Bisher ist die Arbeitsmarktpolitik aber kein
Markenzeichen der rot-grünen Landesregierung. Auch die Wirtschaft
kann bei den Lehrstellen sicher noch eine kräftige Schüppe
drauflegen. Die Flüchtlingskrise eignet sich nicht zu
parteipolitischen Scharmützeln, Neiddebatten und wechselseitigen
Schuldzuweisungen. Die lange Geschichte der Zuwanderung in NRW lehrt,
dass Migranten so früh wie möglich in Kitas, Schulen und Ausbildung
integriert werden müssen. Wenn Flüchtlinge auf Monate oder Jahre in
Aufnahmeheimen auf eine Asylentscheidung warten, ist die Chance auf
wirkliche Integration vertan. 30 Prozent der Flüchtlinge sind
maximal 18 Jahre alt. Deren Eingliederung in den Ausbildungs- und
Arbeitsmarkt wird zu einer Schicksalsfrage in Nordrhein-Westfalen.
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Datum: 03.03.2016 - 21:37 Uhr
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