Ist das Outsourcing tatsächlich die ökonomische Erfolgsformel?

Ist das Outsourcing tatsächlich die ökonomische Erfolgsformel?

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AUSGEREIZT!




(PresseBox) - Ein Bereich, in dem Einsparungen oft gesehen werden, ist das Personal. Stellenabbau und Lohnkürzungen für die Arbeitnehmer sind heutzutage an der Tagesordnung. Da der Faktor ?Lohn? häufig einer der größten Posten in einer Bilanz darstellt, gehören diese Kosten zu den ersten Dingen, die von Kürzungen betroffen sind. Das kann sich allerdings nachteilig auswirken: Die Arbeit selbst wird natürlich auch bei abgebautem Personal nicht weniger. Demzufolge werden oft Aufgaben, inklusive kompletter Produktionsketten, ausgelagert. Die Zauberformel lautet: Outsourcing. Das Unternehmen vergibt Aufträge an Fremdfirmen, die statt der eigenen Mitarbeiter die notwendigen Aufgaben erledigen sollen, selbstverständlich zu günstigeren Konditionen. Genau hier liegen Risiko und Schwäche des Ausgliederns.
Die Automobilbranche liefert hier einige anschauliche Beispiele: Ein großer Autokonzern legte im Zuge der zunehmenden Digitalisierung der internen Prozesse ein IT-Projekt auf. Die Software für verschiedene Funktionen, die das Auto benötigte, musste entwickelt werden. Das intern zu erledigen, Computerspezialisten, Informatiker und Programmierer einzustellen, ergab also durchaus Sinn: denn wer kennt die Bedürfnisse und die Spezifikationen der Arbeitsabläufe besser als hauseigene Mitarbeiter?
Im Laufe der Zeit fiel diese Abteilung ebenso wie alle anderen unter das Diktat des Sparzwangs; mehr und mehr Aufgaben, die zuvor ganzheitlich im Mutterkonzern bearbeitet und entwickelt worden waren, wurden ?outgesourct?. Zunächst schlug das wegen geringerer Lohnkosten günstiger zu Buche. Der nun verpflichtete Zulieferer profitierte von dem Umstand, für einen großen Automobilkonzern zu arbeiten. Jedoch musste nach strengen Vorgaben des Mutterkonzerns gearbeitet werden.
Doch dem Mutterkonzern bringt das nicht nur Vorteile. Das Auslagern von Aufträgen an Fremdfirmen birgt einen Nachteil, der sich erst mittel- bis langfristig auswirkt: Schrittweise geht wertvolles Wissen verloren und Fremdfirmen können ihre Aufgaben nur dann adäquat leisten, wenn ihnen Knowhow zur Verfügung gestellt wird. Dieses Wissen braucht der Konzern jedoch selbst, um immer wieder im Wettbewerb die Nase vorn zu haben. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der risikobehaftet ist. Die gewohnte Qualität kann oft nicht beibehalten werden. Ein Grund ist, dass Fremdfirmen häufig von der internen Planung ausgeschlossen sind. Der Mutterkonzern will dadurch den angesprochenen Wissensschwund vermeiden. Es entsteht die Gefahr von Informationslücken und allgemeiner unzureichender Qualität. Und das, obwohl die Steuerungen der entsprechenden Projekte beim Mutterkonzern verbleiben. Die Fremdfirmen selbst geraten ebenfalls oft in die Kostenspirale. Sie laufen teilweise Gefahr, selbst Aufträge und damit auch das dazugehörige Wissen auszulagern, um den vorgegebenen Preis halten zu können.


Die Subunternehmer der Fremdfirmen liegen auf ausdrücklichem Wunsch des Auftraggebers meistens in anderen Ländern wie China, Indien oder Brasilien, also auf anderen Kontinenten. Die Lohnkosten sind dort entscheidend niedriger als in Europa oder den USA. Im extremsten Falle kann es dazu kommen, dass sich der Mutterkonzern irgendwann direkt an den Zulieferer des Zulieferers wendet ? kann dieser doch mithilfe des weitergegebenen Wissens selbst so billig produzieren wie kein Unternehmen dies in Europa könnte. Eine Form des wirtschaftlichen Kannibalismus zeichnet sich ab, sogar bei reinen Wissensprodukten wie Beratung, IT-Leistung, Programmierung, Forschung & Entwicklung.

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drucken  als PDF  ANDRITZ-GRUPPE: Solide Geschäftsentwicklung in 2015 Nicht alle Eier in einen Korb
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Datum: 04.03.2016 - 11:00 Uhr
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