Zwischen Patientenwohl und Wirtschaftlichkeitsgebot: Wie gelingt die Reform der Hilfsmittelversorgung?
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Expertendiskussion in Berlin-Mitte mit Vertretern aus Bundestag und Verbandswesen.
Martina Stamm-Fibich unterstrich die Notwendigkeit einer Reform zum Wohl der Patienten am Beispiel der Inkontinenzversorgung: "Ein viel zu geringer Pauschalbetrag von 8 Euro monatlich für die Versorgung mit Inkontinenzhilfen ist das Ergebnis eines aggressiven Preiskampfs. Grundsätzlich muss der Wettbewerb zwischen den Kassen bestehen bleiben. Zukünftig muss dieser jedoch viel stärker zu einem Wettbewerb um die qualitativ beste Versorgung werden - nicht wie bisher einer um das billigste Angebot."
Gernot Kiefer betonte mit Blick auf das Ausschreibungsverfahren in der Hilfsmittelversorgung: "Der Gesetzgeber muss die Voraussetzungen schaffen, dass den Kassen ein harmonischer Dreiklang aus Wirtschaftlichkeit, Qualität und Serviceleistung gelingt. Qualität muss zukünftig zu einem wesentlichen Entscheidungskriterium bei der Zuschlagserteilung werden. Die Botschaft der Politik an die Versicherten darf nicht länger lauten ?Sucht Euch die günstigste Kasse', sondern ?Sucht Euch die beste'. Das belebt den Wettbewerb ebenso."
Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Krankenkasse: "Ich bin überzeugt: Wer wirtschaftlich handelt, muss nicht zwangsläufig auf Qualität verzichten. Wir haben bereits heute hohe Qualitätsstandards in der Versorgung. Damit das so bleibt, brauchen wir einen fairen Finanzausgleichs zwischen den Kassen. Denn sonst entsteht ein Kostendruck, der zulasten der Versorgungsqualität geht. Jenseits der Reform der Hilfsmittelversorgung muss deshalb die Reform des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) auf die politische Agenda."
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Datum: 15.03.2016 - 16:40 Uhr
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