Roland Berger-Studie: Ende der Sanktionen gegen den Iran bietet gute Markteintrittschancen für internationale Autohersteller
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- Irans Wirtschaft wächst voraussichtlich bis 2020 um 4 bis 5
Prozent jährlich
- Attraktiver Markt: 78 Millionen Einwohner - jung, gut ausgebildet
und mit großem Interesse an westlichen Marken
- Pkw-Absatz wird sich von 2014 bis 2020 auf 1,8 Millionen Verkäufe
pro Jahr verdoppeln
- Besonders starkes Wachstum bei Premium-Marken erwartet: 78 Prozent
pro Jahr
- Standort Iran auch für Export in Nahen und Mittleren Osten sowie
Asien strategisch günstig
Das Ende der internationalen Sanktionen gegen den Iran eröffnet
Automobilherstellern eine historische Chance. Denn hier erwarten
Experten ein solides Wirtschaftswachstum von über 4 Prozent pro Jahr.
Außerdem verfügt das Land über 78 Millionen Einwohner - viele von
ihnen sind jung, gut ausgebildet und haben ein starkes Interesse an
Importgütern. Iran ist daher ein vielversprechender Markt, auch für
die internationale Automobilindustrie. In den kommenden fünf Jahren
erwarten die Roland Berger-Experten eine Verdoppelung der
Neuwagenverkäufe auf ca. 1,8 Millionen Autos.
Allerdings ist gute Vorbereitung unabdingbar, um den iranischen
Markt für sich zu erschließen. Denn ohne genaue Kenntnis der
nationalen Besonderheiten im Iran ist ein erfolgreiches Engagement
schwierig. Deshalb haben die Automotive-Experten von Roland Berger in
ihrer neuen Studie "Iran - A historic opportunity for automotive
OEMs" den iranischen Automobilmarkt analysiert und beschreiben,
welche Voraussetzungen Hersteller erfüllen müssen, um im Iran
erfolgreich zu wirtschaften.
"Gerade für europäische Automobilhersteller ist Iran ein höchst
interessanter Markt", sagt Philipp Grosse Kleimann, Senior Partner
von Roland Berger. "Nach dem Ende der Sanktionen rechnen wir bis 2020
mit einem jährlichen Wirtschaftswachstum von 4 bis 5 Prozent. Dazu
kommt eine junge Bevölkerung, das heißt, die Zahl der potenziellen
Autokäufer wächst. Und: Iraner schätzen die hohe Qualität westlicher
Produkte." So finden 87 Prozent der Iraner "Made in Germany" gut, bei
amerikanischen Produkten erwarten 85 Prozent eine hohe Qualität und
bei französischen und japanischen Marken jeweils 80 Prozent.
Boom bei Neuwagenverkäufen, vor allem bei Oberklasse-Pkw
Nachdem der Iran seinen Automobilmarkt im November 2013 wieder für
ausländische Hersteller geöffnet hat, zeigten sich 2014 bereits erste
positive Effekte. Die Roland Berger-Experten erwarten, dass die
Neuwagenverkäufe bis 2020 jährlich im Schnitt um 18 Prozent zulegen
werden. Im Premium-Segment könnte der Absatz sogar um rund 78 Prozent
jährlich steigen. "Besonders in den Jahren nach 2017 wird das
Wachstum nochmal stark anziehen", sagt Grosse Kleimann. "Dann ist
Iran auch wieder voll in das internationale Finanzsystem
eingebunden." Ab 2017 könnten jährlich rund 27 Prozent mehr Neuwagen
verkauft werden.
Doch das Land ist nicht nur als Absatzmarkt interessant: "Iran ist
auch ein strategisch guter Standort, um weitere Märkte im Nahen und
Mittleren Osten sowie in Asien zu beliefern", sagt Santiago Castillo
von Roland Berger Middle East. "Zum einen liegt das Land geografisch
günstig, zum anderen hat die iranische Regierung Steuervorteile für
Hersteller angekündigt, die in Iran für den Export produzieren."
Wichtige Faktoren für einen erfolgreichen Markteintritt im Iran
Mit dem Ende der Sanktionen ergibt sich für Autohersteller also eine
historische Chance, den Iran als wichtigen Markt für sich zu
entdecken. Doch die Roland Berger-Experten warnen auch vor
Blauäugigkeit: "Trotz der positiven Prognosen ist wirtschaftlicher
Erfolg im Iran kein Selbstläufer", sagt Alexander Brenner, Co-Autor
der Studie. "Automobilkonzerne sollten ihr Engagement vor Ort
gründlich vorbereiten, um nicht an lokalen Hürden zu scheitern."
So sollten sich internationale Autohersteller mit den komplexen
Zoll- und Steuerregularien sowie mit den neuen Emissionsbestimmungen
des Landes auseinandersetzen. Darüber hinaus sollten OEMs
entscheiden, ob Import oder lokale Produktion besser ist und ob sie
eigene Standorte aufbauen oder eher mit Anbietern vor Ort kooperieren
möchten. Wichtig ist außerdem ein Überblick über den Wettbewerb und
die lokalen Kundenanforderungen. Ein zentraler Faktor für Erfolg auf
dem iranischen Markt ist auch, einen guten Kontakt zu lokalen
Institutionen und Behörden aufzubauen.
"Trotz aller Hürden ist der Iran auf jeden Fall ein höchst
interessanter Markt für Automobilkonzerne", so das Fazit von Philipp
Grosse Kleimann. "Entscheidend ist, sich möglichst frühzeitig mit den
erfolgskritischen Faktoren auseinanderzusetzen. Dann versteht man die
Besonderheiten des iranischen Markts besser und kann auf dieser Basis
weitere Schritte planen."
Die Studie können Sie hier herunterladen:
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Datum: 17.03.2016 - 10:00 Uhr
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