Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) veröffentlicht
ID: 133472
Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) veröffentlicht
Konsum stabil (auf zu hohem Niveau)
Vorstellung des Jahresberichts der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht
Parallel zur Vorstellung des Jahresberichts der Europäischen Drogenbeobach¬tungsstelle (EBDD) wird heute auch der aktuelle Jahresbericht zur Drogen¬situation in Deutschland von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) veröffentlicht.
Cannabis ? sinkender Trend bei Jugendlichen Cannabis bleibt die in Deutschland am häufigsten konsumierte illegale Droge. Aktuelle Informationen der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie der Schülerbefragung des "Frankfurter Monitoring Systems Drogen (MoSyD)" bestätigen, dass wie bereits in den vergangenen Jahren, der Trend zum Cannabiskonsum vor allem von Jugendlichen rückläufig ist.
Der zurückgehende Cannabiskonsum gibt jedoch noch keinen Anlass zur Entwarnung. Denn trotz dieser positiven Entwicklung ist die Zahl der problematischen und intensiven Konsumenten von Cannabis nach wie vor hoch und die Nachfrage nach Behandlung groß: Ein Drittel aller Klienten der ambulanten Suchthilfe weisen primär eine Cannabisproblematik auf. Unter den Personen, die sich im Jahr 2008 das erste Mal in eine Suchtbehandlung begeben haben, liegt der Anteil der Klienten mit primärer Cannabisproblematik sogar bei ca. 60%.
Kokain ? Zunahme in der EU, niedrige Prävalenz in Deutschland Während laut Bericht der EBDD vor allem in westlichen EU-Ländern ein Anstieg des Kokainkonsums zu verzeichnen ist, bleibt der Kokainkonsum in Deutschland auf einem niedrigem Niveau (12-Monats-Prävalenz: 0,6%,
30-Tage-Prävalenz: 0,2%). Dies bestätigt sich auch in der Betrachtung der Daten von Suchtpatienten in ambulanter oder stationärer Behandlung sowie in den Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik zu erfassten Delikten, die seit Jahren stabil niedrig sind.
Amphetamine und andere Stimulanzien weisen in Deutschland ähnlich niedrige Konsumprävalenzen auf wie Kokain.
Heroin ? Stagnation
Im Bezug auf den Konsum von Heroin gilt für Deutschland was auch die EBDD
konstatiert: Die bis vor einigen Jahren beobachtbare stetige Abnahme heroin¬bezogener Probleme ist zu einem Stillstand gekommen. Zwar gibt es keine Anhaltpunkte dafür, dass eine Rückkehr zur weiten Verbreitung des Heroin¬konsums wie in den 1980ern und 90ern bevorsteht, die mit dem Heroinmiss¬brauch verbundenen gesundheitlichen und sozialen Probleme sind jedoch weiterhin gravierend.
Sonderkapitel
Neben den regelmäßig berichteten Indikatoren widmet sich der Jahresbericht zur Drogensituation in diesem Jahr in zwei Sonderkapiteln dem deutschen Cannabismarkt und der Situation älterer Drogenabhängiger.
Cannabismärkte und ?produktion
In Deutschland wird vor allem Haschisch aus Marokko und anderen Ländern des arabischen Raumes konsumiert. Marihuana kommt vor allem aus den Niederlanden und in zunehmendem Maße auch aus inländischen Indoor-Plantagen. Dementsprechend hat sich die Anzahl der polizeilichen Sicherstellungen von Cannabispflanzen und Marihuana seit 7-10 Jahren nahezu verdoppelt.
Behandlung und Pflege älterer Drogenabhängiger Drogenabhängige erreichen in Deutschland ein immer höheres Lebensalter.
Seit 2002 stieg das Durchschnittsalter von Opioidkonsumenten von 29 auf 33 Jahre an, jeder fünfte ist älter als 40 Jahre. Diese Entwicklung wurde vor allem durch die Einführung und das wachsende Angebot schadensminimierender Angebote und die Ausweitung der Substitutionsbehandlung möglich gemacht.
Die soziale und gesundheitliche Situation der älteren Drogenabhängigen ist jedoch weiterhin von chronifizierten Mehrfachschädigungen und von Ausgrenzung gekennzeichnet. Ein vorzeitiger und beschleunigter Alterungs¬prozess, häufig 15 Jahre früher als bei nicht Drogen konsumierenden Senioren, erfordern einen frühzeitigen Pflegebedarf. Der beobachtete Alterstrend wird vermutlich anhalten und einen vermehrten Pflegebedarf bei dieser Klientel mit sich bringen.
Neue Website
Der Gesamtbericht steht auf der vollständig neu überarbeiteten und neu gestalteten Webseite der DBDD zum Download zur Verfügung. Dort finden Sie auch weitere Informationen, beispielsweise zu den Aufgaben, Projekten und Publikationen der DBDD: http://www.dbdd.de.
Kontakt:
Gabriele Bartsch, stellv. Geschäftsführerin der DHS, Hamm
Telefon: 02381 9015-17
Dr. Marita Völker-Albert
Leiterin der Pressestelle und Pressesprecherin der BZgA, Köln
Telefon: 0221 8992-280
Dr. Stephanie Flöter, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des IFT, München
Telefon: 089 360804-45
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Datum: 05.11.2009 - 13:48 Uhr
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