Börsen-Zeitung: Pötschs Versäumnis, Kommentar zu den VW-Boni von Claus Döring
ID: 1346857
Eigentümer? Wenn ja, welche? Ist es der Vorstandsvorsitzende? Ist es
der Aufsichtsrat, das Präsidium oder der Aufsichtsratsvorsitzende?
Oder ist es der Betriebsratsvorsitzende? Diese Frage ist seit dem
Abgang von Ferdinand Piëch nicht mehr einfach zu beantworten. Das
zeigt sich seit Tagen an der Debatte um die Vorstandsboni, in der all
jene, die meinen, etwas zu sagen zu haben oder sagen zu müssen, dies
vorzugsweise öffentlich tun.
VW-Präsidiumsmitglied und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan
Weil hat vor einer Woche im Landtag eine Kürzung der Vorstandsboni
für 2015 als "deutliches Signal" gefordert. Präsidiumsmitglied und
Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh hat jetzt in einem Interview
mit der Forderung nach einem Boniverzicht nachgelegt. Offensichtlich
war die Mitteilung des Aufsichtsrats vor Wochenfrist, wonach
Aufsichtsrat und Vorstand sich einig seien, dass angesichts der
aktuellen Lage des Unternehmens ein Zeichen auch beim Thema
Vorstandsvergütung gesetzt werden müsse, vorauseilendes Wunschdenken.
Spätestens in der Aufsichtsratssitzung am Freitag soll nun die
Entscheidung fallen. Sie darf nur heißen: völliger Verzicht aller
Vorstandsmitglieder auf Boni für 2015. Alles andere ist den
betrogenen Kunden, den zu Einbußen gezwungenen Mitarbeitern, den
Aktionären und der gleichermaßen getäuschten wie enttäuschten
Öffentlichkeit nicht zu erklären.
Boni sind Sonderzahlungen für besondere Leistungen, egal an welche
Kriterien sie im Detail geknüpft werden. Wenn sich das Wolfsburger
Führungspersonal noch einen Rest von Anstand bewahrt hat, dann muss
es erkennen, dass nach dem Abgasskandal unabhängig von der Frage
persönlichen Verschuldens ein Zeichen von Demut nötig ist.
Schließlich ist das Festgehalt der VW-Vorstände mit rund 1 Mill. Euro
komfortabel bemessen und immer noch doppelt so hoch wie einst jenes
von Martin Blessing, der als Commerzbank-Chef vom Großaktionär Bund
in der Finanzkrise zum Bonusverzicht gezwungen wurde.
VW-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Dieter Pötsch hat es versäumt,
das sensible Bonus-Thema rechtzeitig zu entschärfen. Dazu hätte er in
eigener Sache mit gutem Beispiel vorangehen und von sich aus den
Verzicht auf die 10 Mill. Euro Kompensationszahlung für den Wechsel
vom Vorstand in den Aufsichtsrat erklären müssen. Ein Beleg mehr,
dass Pötsch nicht der richtige Mann ist, um bei VW als
AR-Vorsitzender den nötigen Kulturwandel voranzutreiben.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 19.04.2016 - 20:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1346857
Anzahl Zeichen: 2909
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 449 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Pötschs Versäumnis, Kommentar zu den VW-Boni von Claus Döring"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
WAZ: Evolution statt Revolution - Kommentar von Ulf Meinke zu Evonik ...
Verglichen mit Nachbarn wie Eon, RWE und Thyssen-Krupp befindet sich Evonik in einer beneidenswerten Situation. Die Kassen des Essener Chemiekonzerns sind prall gefüllt. Zu den größten Sorgen zählt, kein geeignetes Übernahmeziel zu finden. Hinzu kommt derzeit, dass Evonik stark vom Geschäft
Passgenau und rationell - Sortimentserweiterung der Salamander Aluvorsatzschalen ...
Mit einer ganzheitlichen Systemlösung für Aluminium-Deckschalen erweitert die Firma Salamander Industrie-Produkte GmbH (http://www.sip-windows.com) (www.sip-windows.com), einer der führenden europäischen Systemgeber und Hersteller von energiesparenden Qualitätsfenstersystemen aus Kunststoff, i
Strukturen der Business Center-Branche ...
Was ein Business Center ist, weiß mittlerweile fast Jeder. Doch, dass Business Center nicht gleich Business Center ist, ist vielen nicht bewusst. Mitte der 1980er kam das Konzept der Business Center aus den USA nach Deutschland. Auch die Historie der GMC Global Management Consultants AG hat zunäch
Ausbildung zum Mentaltrainer ...
Seit gut 20 Jahren bereiten wir Spitzensportler, Kaderpersonen, Politiker und Profimusiker mental auf wichtige Anlässe vor. Dabei steht die optimale Leistungserbringung unter äusserst anspruchsvollen Rahmenbedingungen immer wieder im Zentrum. Das persönliche Leistungspotenzial dann abzurufen, wen




