Lausitzer Rundschau: Schäuble stört die Debatte
Finanzminister spricht sich für späteren Renteneinstieg aus
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Jahren, ja sogar mit 80 noch arbeiten wollen, er braucht das. Nur
findet nicht jeder einen so schönen Mix aus viel Macht, viel Ehre und
viel Geld am Monatsende in seiner Lohntüte. Es kann und will auch
nicht jeder so lange arbeiten. Nach 40, 45 Jahren als Lehrer,
Bankangestellter oder Sekretärin ist es irgendwann einfach mal genug.
Als Fließbandarbeiter, Postzusteller oder Dachdecker macht dann auch
der Rücken nicht mehr mit. Es ist falsch, abschreckend und daher
destruktiv, die Debatte über die langfristige Bezahlbarkeit des
Rentensystems mit dem am schwersten durchzusetzenden Mittel, der
Anhebung des Renteneintrittsalters, zu beginnen. Das weckt alle
Widerstände und blockiert die Offenheit für realistischere Lösungen:
von der besseren staatlichen Unterstützung für die private Vorsorge,
der Reform der Betriebsrenten bis zur Einbeziehung von
Selbstständigen und Beamten in das System der gesetzlichen Rente. Das
demografische Problem rollt zwar unaufhaltsam auf Deutschland zu,
aber die Logik, dass mit der älter werdenden Gesellschaft alle
gleichermaßen automatisch länger arbeiten müssten, ist keine. Logisch
denkbar ist genauso, dass das nur diejenigen tun, die es wie Schäuble
wollen. Und ebenso, dass für die Alten, wenn schon nicht die Jungen,
dann doch wenigstens die Toten aufkommen, zum Beispiel über eine
höhere Erbschaftsteuer zugunsten einer Grundsicherung. Es gibt also
viele Varianten jenseits der Rente mit 70, die schon als Schlagwort
abschreckt. Im Übrigen: Soll doch die Rente mit 67 erst einmal
Realität werden. Das ist erst 2031 der Fall und schwer genug
umzusetzen.
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Datum: 21.04.2016 - 20:01 Uhr
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