Rheinische Post: Spaniens Misere
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Noch immer leidet Spanien an den Folgen der Finanz- und
Schuldenkrise. Das Land wächst zwar, aber bei den Arbeitslosen und
Geringverdienern ist noch wenig angekommen. Entsprechend ist die
Stimmung schlecht und das Land zerrissen. In dieser Phase könnte eine
stabile Regierung die nötigen Strukturreformen durchführen, den
Haushalt konsolidieren und attraktive Bedingungen für in- und
ausländische Investoren schaffen. Doch alle sperren sich, stellen
Bedingungen und kommen nicht zusammen. Jetzt sind nach nicht einmal
fünf Monaten wieder Neuwahlen angesagt, und wenig spricht dafür, dass
sich am Patt der vier führenden Parteien etwas ändert. Der
Konservative Mariano Rajoy hat sich verschlissen, er hat Reformen -
etwa beim Kündigungsschutz - angestoßen, blieb aber auf halbem Wege
stehen. Seine Zeit ist abgelaufen, zumal seine Partei durch einen
Korruptionsskandal geschwächt ist. Wenn die Partei nicht bald einen
neuen Hoffnungsträger präsentiert, wird Spanien lange unregierbar
bleiben.
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Datum: 02.05.2016 - 20:39 Uhr
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