Schwäbische Zeitung: Kein guter Plan der EZB - Leitartikel zum 500-Euro-Schein
ID: 1353640
500-Euro-Schein. Tankstellen lehnen ihn ab und wer ihn im
nichteuropäischen Ausland wechseln möchte, bekommt häufig ein
Problem. Die violett-braune Geldnote wird indes, so die Europäische
Zentralbank (EZB), gerne von international agierenden Kriminellen
genutzt, um ihre Machenschaften zu finanzieren. Was liegt also näher,
als diesen Schein abzuschaffen, um auf diese Weise Geldwäschern, der
Drogenmafia oder Steuerhinterziehern das Leben schwer zu machen?
Wer diesen Überlegungen zustimmt, sollte bedenken, dass es
Verbrecherbanden durchaus bekannt sein dürfte, dass es neben dem Euro
noch andere Währungen gibt, in denen sie ihre miesen Geschäfte
abwickeln können. Nein, die EZB begeht mit der Abschaffung des 500ers
einen folgenschweren Fehler. Und die Befürchtungen den Währungshütern
gegenüber scheinen berechtigt zu sein. Die Zentralbanker untergraben
ihre eigene Autorität, da sie die politischen Folgen ihrer
Entscheidungen unzureichend abschätzen. In der derzeitigen Lage geht
es um das Vertrauen, das die Bürger in ihre Institutionen haben
müssen, damit ihr Staatswesen auch im globalen Kontext gedeihen kann.
Genau das geschieht nicht.
Viele Menschen sehen mit dem Ende der 500-Euro-Note den Einstieg
in eine bargeldlose Zukunft und somit die Schaffung des gläsernen
Bürgers, der seine eigenen Daten nicht mehr vor dem Staat und den
Banken schützen kann. Auch wenn es der EZB erklärtermaßen nicht um
Bargeldlosigkeit geht, sorgen sich viele Menschen um ihre
bürgerlichen Rechte. Aus Frankfurter Zentralbanksicht ist das weit
überzogen. Aber auf dem Weg in eine drohende Bargeldlosigkeit könnten
die Negativ- oder Strafzinsen für Einlagen problemlos am Markt
durchgedrückt werden. Bankkunden könnten der Entscheidung ihres
Instituts mit dem eiligen Abheben ihres Eigentums nicht mehr
ausweichen. Allein schon, um die Europäer zu beruhigen, sollte die
EZB darum zügig von ihren Plänen Abschied nehmen.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 05.05.2016 - 17:43 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1353640
Anzahl Zeichen: 2348
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 419 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Kein guter Plan der EZB - Leitartikel zum 500-Euro-Schein"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Berliner Zeitung: Kommentar zur Türkei ...
Der angekündigte außerordentliche Parteikongress ist Erdogans Mittel, um die Abweichler zu disziplinieren, denn wie stets wird es niemand dort wagen aufzubegehren. Alles Weitere haben AKP-nahe Medien schon vorgezeichnet: Einsetzung eines Pro-forma-Premiers, Neuwahlen im Herbst, Sieg der AKP mi
Frankfurter Rundschau: Pressestimme zu Donald Trump ...
Die Frankfurter Rundschau schreibt zur Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump: Im Grunde siegt mit Trump der Antiintellektualismus, der in den USA, zumal bei den Republikanern, eine recht lange Tradition hat. Sie, die selbst oft Absolventen von Eliteuniversitäten waren, kritisierten
Saarbrücker Zeitung: Göring-Eckardt warnt vor Rabatt für Erdogan ...
Nach der Empfehlung der EU-Kommission zur Visafreiheit für türkische Staatsbürger hat die Fraktionsvorsitzende der Grüne, Katrin Göring-Eckardt, vor Zugeständnissen an den türkischen Präsidenten Erdogan gewarnt. Göring-Eckardt sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Freitag): "
Gefährliche Dolmetscher ...
Abraham Z. ist Dolmetscher im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Berlin Spandau. Er stammt aus Eritrea, und eine seiner Aufgaben ist es, Menschen zu übersetzen, die in Deutschland ihren Asylantrag stellen wollen. Dazu gehört auch Ildana*, Anfang 20. Sie berichtet, sie sei aus Eritrea vor




