Südwest Presse: Kommentar Tarifabschluss der IG Metall
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Die Industriegewerkschaft Metall ist nicht der Versuchung erlegen,
ihre Stärke mit einem Konfrontationskurs zu demonstrieren. Dies war
bis zuletzt noch zu befürchten, weil die Lohnvorstellungen
beider Seiten vor der entscheidenden Verhandlungsrunde in Köln noch
meilenweit auseinander lagen. Daraus hätte sich eine Spirale der
Eskalation entwickeln können - aus ganztägigen Warnstreiks
einschließlich verschärfter und vertrauenszerstörender
Rhetorik. Und schon wäre die Krise da gewesen, die niemand
wollte und auch niemand nützte. Die IG Metall hat am
Verhandlungstisch eine Stärke ausgespielt, mit der das Land, die
Branche, aber auch sie selber in der Vergangenheit gut
gefahren ist - als verlässlicher und vernünftiger
Tarifpartner. Beim Entgelt-Ergebnis haben die Metaller etwas
mehr als die Hälfte dessen bekommen, was sie gefordert hatten; das
entspricht in etwa ihrer eigenen Rechenlogik. Und: Was auf dem Paket
drauf steht, ist bei niedriger Inflation auch drin. Knapp fünf
Prozent, wenn auch auf zwei Stufen verteilt, ist schön spürbar
im Geldbeutel. Die Arbeitgeber kriegen ihre lange Laufzeit.
Mehr noch: Dass schwächere Firmen die Lohnerhöhungen nicht in vollem
Umfang mitmachen müssen, verleiht dem Kölner Abschluss sogar fast
wegweisende Weihen. Die IG Metall hat diese Kröte
geschluckt - im eigenen Interesse. Denn Tarifverhandlungen mit
einem Partner, dem die eigenen Leute von der Stange gehen, schwächen
auch die Gewerkschaft.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 13.05.2016 - 18:47 Uhr
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