NOZ: NOZ: Marcel Reif: Pep Guardiola war so unerreichbar wie auf einem anderen Stern
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wie auf einem anderen Stern
Letzter großer Auftritt als Fernsehkommentator beim Champions
League Finale - "Die wollen mich zum Weinen bringen"
Osnabrück. Zu seinem letzten großen Auftritt als
Fernsehkommentator wird Marcel Reif von seiner Familie begleitet.
"Die wollen die große sentimentale Schlussnummer, die wollen mich zum
Weinen bringen, aber ich glaube, das gelingt nicht", sagte der
67-Jährige Chefkommentator des Pay-TV-Senders Sky vor dem Champions
League Finale am 28. Mai zwischen Real Madrid und Atletico Madrid in
Mailand in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag).
Natürlich sei ihm der FC Bayern München als Finalist lieber
gewesen, "aber die sind ausgeschieden gegen eine Mannschaft, die
nicht annähernd das individuelle fußballerische Potenzial hat wie die
Bayern".
Pep Guardiola ist laut Reif der einzige Trainer gewesen, der den
Live-Kommentatoren vor dem Spiel nicht für das sonst übliche
Hintergrundgespräch zur Verfügung gestanden habe: "Er war so
unerreichbar wie auf einem anderen Stern." Der spanische Trainer sei
unnahbar und undurchsichtig geblieben: "Er hat sich nie bemüht, seine
Ideen zu erklären. Wer kein Interesse daran hat, verstanden zu
werden, muss damit rechnen, missverstanden zu werden."
Vom neuen Trainer Carlo Ancelotti hält und erwartet Reif viel. "Er
wird der Mannschaft richtig gut tun, der bringt Einfachheit und Spaß
zurück. Ich glaube, die Bayern werden unter Ancelotti die besten
Bayern aller Zeiten werden."
Nach 30 Jahren mit über 1500 Live-Übertragungen für das ZDF (bis
1994), bei RTL (bis 1999) und Premiere/Sky (seit 1999) hört Reif als
Kommentator auf. Abgesehen von einem Buchprojekt hat der Vater von
drei Söhnen keine Pläne: "Ich werde nicht zu Hause rumsitzen, aber
ich werde auch nicht mehr jeden Samstag in einem Bundesliga-Stadion
sein."
Das Ende seiner Kommentatoren komme zur rechten Zeit. "Im Lauf der
Jahre schleichen sich Rituale und Routinen ein. Manchmal habe ich
mich dabei erwischt, dass ich mich selbst zitiere...", sagte Reif,
der sich mit dem Fußball-Kommerz abgefunden hat. "In Leipzig nutzt
jemand die Möglichkeiten, die der Markt bietet, sachgerecht und
nachhaltig. Die Menschen freuen sich auf die Bundesliga, sie haben
ein tolles Stadion und sehen eine junge, spielfreudige Mannschaft.
Wenn die einer fragt: "Ja, aber wo ist die Tradition?, dann antworten
die: Tradition? Wozu brauchen wir Tradition?"
In den europäischen Top-Ligen, so Reif, wird der Kampf um die
Meisterschaft nur noch von den Vereinen bestimmt, die regelmäßig am
Geldregen der Champions League partizipieren. Der sensationelle
Titelgewinn von Leicester City spreche nicht gegen diese These: "Es
ist so, als habe der Fußball-Gott gesagt: Schaut her, ich zeige euch
noch einmal, wie es früher war. Das ist wunderbar, ein Märchen - aber
kein Trend."
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Datum: 14.05.2016 - 07:00 Uhr
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