Massiver Interessenskonflikt bei Glyphosat-Freispruch / Vorsitzender des Joint Meeting on Pesticide Residues der FAO/WHO arbeitet für Institut, das 500 000 Dollar-Spende von Monsanto erhielt
ID: 1357768
Arbeitsgruppe der FAO und WHO zu Pestiziden, die am Montag Glyphosat
für unbedenklich erklärt hatte, sind nach Recherchen des britischen
Guardian massiv in Interessenskonflikte verstrickt. Professor Alan
Boobis, der Vorsitzende des Joint FAO/WHO Meeting on Pesticide
Residues (JMPR), ist gleichzeitig Vize-Präsident des International
Life Science Institute (ILSI) Europe. Nach Informationen des Guardian
erhielt ILSI im Jahr 2012 eine Spende über 500 000 US Dollar von
Monsanto sowie eine weitere Spende über 528 500 Dollar von der
Pestizidlobby Croplife International, in der unter anderem Monsanto,
Dow und Syngenta vertreten sind. Auch ein weiteres Mitglied des JMPR,
Angelo Moretto, ist Vorstandsmitglied eines Instituts das zu ILSI
gehört. Moretto war Ko-Vorsitzender der entscheidenden Sitzung über
Glyphosat.
Gerald Neubauer von der Bürgerbewegung Campact zeigt sich empört:
"Der Glyphosat-Freispruch von FAO/WHO war anscheinend von Monsanto
mitfinanziert. Das grenzt an Korruption." Die EU müsse jetzt
Konsequenzen aus dem Skandal ziehen und Glyphosat die Zulassung
versagen. Außerdem fordert Neubauer Konsequenzen bei den betroffenen
UN-Organisationen: " FAO und WHO dürfen nicht zulassen, dass Experten
mit Interessenskonflikten über die Risiken von Glyphosat urteilen.
Boobis und Moretto dürfen nicht weiter für das JMPR arbeiten. Nur so
können die UN-Institutionen ihre Glaubwürdigkeit wieder herstellen."
Link zum Guardian-Artikel: http://gu.com/p/4jacv/sbl
Pressekontakt:
Gerald Neubauer, Campaigner, neubauer@campact.de, mobil 0179-7343557
Jörg Haas, Pressesprecher Campact e.V., presse@campact.de, Tel.
04231957590 (auch mobil)
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Datum: 18.05.2016 - 11:42 Uhr
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