Charité-Studie: Krebsgefahr durch erhöhte Antimonwerte im Blut von Polizisten

Charité-Studie: Krebsgefahr durch erhöhte Antimonwerte im Blut von Polizisten

ID: 1357918
(ots) - Recherchen des rbb Politik-Magazins KLARTEXT
liefern neue Erkenntnisse im sogenannten "Schießstandskandal" der
Berliner Polizei.

Nach dem Klartext-Bericht im Oktober über die offenbar
gesundheitsgefährdenden Belastungen in den Schießständen der Polizei
hatten sich in den vergangenen Tagen 45 Schießtrainer und SEK-Beamte
in der Charite testen lassen.

43 der 45 Polizisten zeigten einer Blutuntersuchung zufolge einen
bedenklich erhöhten Antimonwert im Blut, einige sogar bis zum
Vierfachen des zulässigen Grenzwertes. Das bestätigt der Pneumologe
Prof. Christian Witt von der Charité Berlin dem rbb. Mit einem
solchen Ergebnis hätte er nicht gerechnet. Witt sieht akuten
Handlungsbedarf durch die Politik.

Seiner Meinung nach wäre es fahrlässig gewesen, nicht schon früher
gehandelt zu haben, da bereits zuvor Gutachten hohe Antimonwerte im
Sand der Schießstände festgestellt haben. Nun sei höchste Eile
geboten. "Zweifelsfrei sehe ich hier einen Zusammenhang zwischen den
hohen Antimonwerten und dem Schießpulver", sagte Prof. Witt dem
Politikmagazin.

Antimon gilt als hoch toxisches Gift und wird von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 2003 als krebserregend
eingestuft. Klartext fand heraus, dass sich Antimon jahrelang in der
Munition befand und durch das Schießen freigesetzt wurde. Die
Schützen atmeten das Gift ein, weil die Lüftungsanlagen der
Schießanlagen zum großen Teil nicht ordnungsgemäß funktionierten und
der Pulverdampf auf diese Weise zum Schützen zurückgeführt wurde.

Prof. Christian Witt fordert weitere wissenschaftliche Studien, um
das Krankheitsbild bei den Betroffenen genauer aufzuklären.
Hinsichtlich seiner Wirkung wäre die Belastung durch Antimon mit den
Belastungen durch Asbest vergleichbar.

Innensenator Frank Henkel hatte nach der ersten Veröffentlichung


von KLARTEXT die Innenrevision der Polizei aktiviert. Jetzt ermittelt
zusätzlich auch eine externe Kommission und die Staatsanwaltschaft.
Im Umweltdezernat des Landeskriminalamtes ist eine Sonderkommission
eingerichtet worden.

Mehr dazu in KLARTEXT am 18.5.2016 um 22.15 Uhr im rbb-Fernsehen.
Kontakt Redaktion: (030) 97993 22850 Sabine Germer



Pressekontakt:
Rundfunk Berlin-Brandenburg

KLARTEXT
Politisches Magazin Fernsehen
Chef vom Dienst
Carolin Mayer
Tel.: +49 (0)30 979 93-22 850
klartext@rbb-online.de
Homepage: www.rbb-online.de/klartext

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Datum: 18.05.2016 - 14:44 Uhr
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