Immer weniger Existenzgründungen im Saarland, aber bessere Qualität - Unternehmensnachfolge im Aufwind
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IHK legt Gründerreport vor
2015 war laut Gründerreport schon das sechste Jahr in Folge, in dem die Zahl der Existenzgründungen sinkt. Dies führt die IHK im Wesentlichen auf die vergleichsweise gute Wirtschaftslage zurück. ?Läuft die Wirtschaft rund, sinkt erfahrungsgemäß das Gründungsinteresse. Fachkräften bieten sich dann auf dem Arbeitsmarkt gut dotierte Beschäftigungsmöglichkeiten und sie sind wenig geneigt, das Risiko einer Selbstständigkeit einzugehen?, sagt Dr. Mathias Hafner, IHK-Geschäftsführer Kommunikation, Mittelstand, Unternehmensförderung. Positiv wertet die IHK, dass die Zahl der Betriebsgründungen mit einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung (?Hauptniederlassungen? in der von der IHK verwandten Berechnungsmethodik des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn, IfM Bonn) im Saarland erneut gestiegen ist. In diese Kategorie fallen sämtliche Gründungen, die entweder in das Handelsregister eingetragen sind, eine Handwerkskarte besitzen oder mindestens einen Arbeitnehmer beschäftigen. ?Während es hierzulande ein Plus von 2,6 Prozent gab, stagniert die Zahl der wirtschaftlich relevanteren Gründungen im Bund?, so Hafner.
Nebenerwerbsgründungen im Fokus Bewegung gab es zudem bei der Unternehmensnachfolge: So ist Zahl von Gründungen im Zuge einer Unternehmensnachfolge erneut angestiegen (+ 3,1 Prozent), ihr Anteil an den Gründungen insgesamt liegt aktuell bei 12 Prozent. ?Hierzu dürfte auch die Informationsinitiative der Saarland Offensive für Gründer (SOG) beigetragen haben, die in zahlreichen Veranstaltungen die Unternehmens-Übernahme als sinnvolle Alternative zur Unternehmens-Neugründung vorgestellt haben?, sagt Dr. Thomas Pitz, Teamleiter Gründung und Unternehmensförderung.
Wie schon im Vorjahr sind die Nebenerwerbsgründungen stark vertreten, ihr Anteil an den Gewerbeanmeldungen betrug im Jahr 2015 rund 37 Prozent. Zwar zählen sie gemäß der Systematik des IfM Bonn nicht zu den Existenzgründungen. Ihr hoher Anteil an den Gewerbeanmeldungen zeigt aber, dass ein bestehendes Angestelltenverhältnis kein Hinderungsgrund für den Weg in die Selbständigkeit ist. Zudem wechselt jeder vierte Nebenerwerbsgründer zu einem späteren Zeitpunkt in den Haupterwerb. Pitz: ?Dieses Potenzial ist nicht zu unterschätzen: Im Schnitt schafft ein Wechsel von der Neben ? zur Haupterwerbsselbständigkeit 1,6 zusätzliche Arbeitsplätze. Nahezu 80 Prozent dieser Gründer würden den Schritt in die Selbständigkeit erneut wählen, davon knapp 14 Prozent sogar direkt im Haupterwerb?. Die IHK empfiehlt, Nebenerwerbsgründungen noch stärker in den Fokus der Wirtschaftsförderung zu rücken, um ihre Potenziale zu heben. Die IHK habe in ihren Beratungs- und Informationsangeboten diesen Trend bereits aufgegriffen und gezielt in Veranstaltungskonzepte umgesetzt.
Der IHK-Gründerreport wird einmal jährlich veröffentlicht und dokumentiert das Gründungsgeschehen im Saarland. Er gibt einen detaillierten Überblick über derzeitige Entwicklungen einzelner Branchen in der Region. Der Gründerreport steht auf der IHK-Homepage zum Download bereit.
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Datum: 20.05.2016 - 15:44 Uhr
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