Bei Nervenschmerzen helfen rezeptfreie Schmerzmittel nicht
ID: 1360081
Nervenverletzungen oder -schäden hervorgerufen werden (sog.
neuropathische Schmerzen), sind rezeptfreie Schmerzmittel in der
Regel nicht wirksam. "Rezeptfreie Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure,
Ibuprofen oder Diclofenac wirken vor allem dann gut, wenn der Schmerz
durch eine Entzündung hervorgerufen wird", sagte Prof. Dr. Dr. Achim
Schmidtko vom Pharmakologischen Institut für Naturwissenschaftler der
Universität Frankfurt am Main beim pharmacon, einem internationalen
Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. Der Apotheker und
Arzt weiter: "Statt lange mit Schmerzmitteln aus der Selbstmedikation
herum zu probieren, sollten sich Patienten mit neuropathischen
Schmerzen frühzeitig an einen Arzt wenden. 'Ein Indianer kennt keinen
Schmerz' ist der falsche Weg: Je länger ein Patient mit Schmerzen
sich nicht angemessen behandeln lässt, desto eher bildet sich ein nur
noch schwer zu behandelndes Schmerzgedächtnis."
Typische Anzeichen für neuropathische Schmerzen sind brennende
Dauerschmerzen oder vorübergehende elektrisierende Schmerzen, die mit
Kribbeln oder Ameisenlaufen einher gehen können. Weitere mögliche
Anzeichen sind ein Ringgefühl wie ein "zu enger Schuh" oder eine
Überempfindlichkeit gegenüber Berührungs- oder Kältereizen. "Aber
Vorsicht mit Eigendiagnosen! Wer länger an Schmerzen leidet, sollte
sich ärztlich untersuchen lassen", sagte Schmidtko. Neuropathische
Schmerzen entstehen z.B. durch eine Gürtelrosen-Infektion, als Folge
eines Diabetes mellitus oder im Rahmen einer Krebsbehandlung.
Bei neuropathischen Schmerzen werden verschiedene rezeptpflichtige
Arzneimittel eingesetzt. Dazu zählen einige Antidepressiva wie
Amitriptylin und Duloxetin sowie Arzneimittel wie Gabapentin und
Pregabalin, die ursprünglich gegen Epilepsie entwickelt wurden.
Schmidtko: "Schmerzpatienten sollten sich nicht davon irritieren
lassen, wenn im Beipackzettel auch andere Anwendungsgebiete erwähnt
werden. Viele Wirkstoffe, die gegen neuropathische Schmerzen
eingesetzt werden, haben sich gegen verschiedene Krankheiten
bewährt."
Am 7. Juni 2016 findet der fünfte bundesweite "Aktionstag gegen
den Schmerz" statt. Ziel ist es, das Bewusstsein für das Thema
chronische Schmerzen in der Öffentlichkeit weiter zu schärfen. Den
Apothekern kommt dabei eine wichtige Multiplikatorenrolle zu.
Zahlreiche Apotheken unterstützen den Aktionstag durch das Auslegen
von Programmen, Postern und Informationsmaterial. Die Deutsche
Schmerzgesellschaft hatte den Deutschen Apothekerverband (DAV) um
Unterstützung gebeten.
Weitere Informationen unter www.abda.de
Pressekontakt:
Dr. Reiner Kern, Pressesprecher, Tel. 030 40004-132, presse@abda.de
Dr. Ursula Sellerberg, Stellv. Pressesprecherin, Tel. 030 40004-134,
u.sellerberg@abda.de
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Datum: 24.05.2016 - 11:25 Uhr
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