Lausitzer Rundschau: Deutscher Minensuchhund
Zur Völkermord-Resolution des Bundestages
ID: 1364306
Deutschland lebende Türken die Bundestags-Resolution zum Völkermord
an den Armeniern abgelehnt haben, zeigt das eigentliche Problem. Der
Nationalismus, der das entsetzliche Geschehen vor 101 Jahren
ausgelöst hat, ist dort überhaupt nicht überwunden. Diese tumbe
Überheblichkeit gegenüber anderen Völkern. Dieses freche Leugnen von
Fakten. Dieses Auf- und Vorrechnen von Toten. Auf der anderen Seite
ist es freilich kaum anders, wie die fast triumphale Freude der
Anhänger Armeniens zeigt. Das damalige Geschehen ist eine schwärende
Wunde. Und man hat nicht den Eindruck, dass auch nur einer der
Beteiligten ein Interesse daran hat, sie dauerhaft zu schließen. Der
Bundestag ist in dieser fast vergessenen Kriegsfront herumgetapert
wie ein Minensuchhund und beim Wort "Völkermord" fündig geworden. Nun
sind die Emotionen wieder los. Er durfte das zweifellos -
Menschenrechte sind universell. Aber er musste nicht. Genauso gut
hätte er die Ausrottung der südamerikanischen Indianer durch Spanier
und Portugiesen anprangern können oder die Millionen Hungertoten des
ukrainischen Holodomors im Jahr 1932, ausgelöst durch das damalige
Sowjet-Reich. Der Hinweis auf die deutsche Mitverantwortung in der
Causa Türkei ist eine schwache Begründung. Zumal der eigentliche
Anlass, der 100. Gedenktag, eben schon im vergangenen Jahr war.
Natürlich hat die deutsche Botschaft 1915 gewusst, was die Türkei da
trieb, natürlich hat sie es hingenommen. Aber was wissen Diplomaten
nicht sonst alles. Das ist kein Grund, sich in dieser herausgehobenen
Weise einzumischen. Dass der Bundestag es dennoch tat, ist auch dem
Wirken einiger Abgeordneter mit Migrationshintergrund zu verdanken,
die noch sehr in den Scharmützeln der Herkunftsländer ihrer Eltern
gefangen sind und diesen Beschluss unbedingt wollten. Aber alle
anderen machten gerne mit. Die Resolution hat daher auch etwas
Bekennerhaftes. In Sachen Aufarbeitung dunkler Geschichtskapitel, so
die Botschaft, sind wir Deutschen eben die größten Experten und
dürfen uns daher überall einmischen. Ein Aufruf, der den rund um
Bosporus und Schwarzes Meer noch so virulenten Nationalismus gezielt
angesprochen und angeprangert hätte, wäre konstruktiver gewesen als
die Versteifung auf einen Begriff, der eine klare juristische
Bedeutung hat. Ein Verweis auf das Beispiel der deutsch-französischen
und deutsch-polnischen Aussöhnung etwa. Er wäre von europäischen zu
asiatischen Nachbarn auch sehr berechtigt gewesen. Der Text hätte
lauten müssen: Türken, Armenier, Griechen, schaut auf uns. Wir waren
mal genauso dumm. Aber ohne Aussöhnung kein Friede. Kein Wohlstand.
Keine Zukunft. Bekennt euch zu eurer Geschichte und blickt endlich
gemeinsam nach vorn.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.06.2016 - 19:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1364306
Anzahl Zeichen: 3189
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 372 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Deutscher Minensuchhund
Zur Völkermord-Resolution des Bundestages"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
neues deutschland: zur Armenien-Resolution des Bundestages ...
Die Verbrechen an den Armeniern 1915 als Völkermord zu bezeichnen, ist gerechtfertigt. Allein die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe genügte als Grund zur Verschleppung, Deportation, Ermordung - hunderttausendfach. Dass der Bundestag auch die deutsche Mitschuld beschreibt, zeugt vom Fortschrit
Exklusives "Monitor"-Interview: "Die Geschichte von 9/11 muss neu geschrieben werden" ...
Sperrfrist: 02.06.2016 06:00 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. - Bob Graham, ehemaliger Vorsitzender der gemeinsamen Untersuchungskommission von Senat und Repräsentantenhaus im Interview mit "
Kölner Stadt-Anzeiger: Rüttgers: AfD ist deutschlandfeindlich, ausländerfeindlich und demokratiefeindlich ...
Der frühere Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU), hat die AfD mit harschen Worten kritisiert. "Die AfD ist deutschlandfeindlich, europafeindlich, ausländerfeindlich, islamfeindlich und demokratiefeindlich", schreibt Rüttgers in einem Gastbeitrag für d
Kölner Stadt-Anzeiger: Politologe Leggewie: AfD-Spitzenfunktionäre sind Halbfaschisten - "Radikalisierung populistischen Denkens" gleicht der aufstrebenden NSDAP ...
Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie sieht die "Alternative für Deutschland" und ihre Spitzenpolitiker als Vertreter von Rassismus und "Halbfaschismus". Sie verträten eine "völkisch-nationalistisch aufgeladene Ideologie, die weit über Populismus hinausgeht, desse




