Ärzte-Protest gegen Glyphosat vor dem Landwirtschaftministerium / Ärzteverbände fordern Agrarminister Schmidt auf, bei Glyphosat-Abstimmung mit Nein zu stimmen (FOTO)
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(ots) -
Ärztinnen und Ärzte in weißen Kitteln haben heute vor dem
Landwirtschaftsministerium gegen die Wiederzulassung des Ackergiftes
Glyphosat demonstriert. Zuvor hatte Ende Mai der 119. Deutsche
Ärztetag in einer aufsehenerregenden Resolution die Bundesregierung
und die EU-Kommission aufgefordert, keiner weiteren Verlängerung der
Zulassung des von der WHO als wahrscheinlich krebserregend
eingestuften Pestizids Glyphosat zuzustimmen.
Mit ihrer Aktion wollen die Ärzte Agrarminister Christian Schmidt
(CSU) von seinem Pro-Glyphosat-Kurs abbringen. "Die Krebsforscher der
Weltgesundheitsorganisation haben deutliche wissenschaftliche Belege,
dass Glyphosat das Erbgut schädigt. Für solche gentoxischen Effekte
gibt es keinen unschädlichen Schwellenwert. Das allein muss eine
Wiederzulassung ausschließen." sagte der Internist Ludwig Brügmann
von der Ärzteinitiative IPPNW.
Am heutigen Montag entscheidet ein Ausschuss der
EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel über einen erneuten Antrag der
EU-Kommission, die Zulassung des umstrittenen Ackergifts für etwa 18
Monate zu verlängern. Zuvor war es der EU-Kommission in zwei Anläufen
nicht gelungen, eine qualifizierte Mehrheit für die Wiederzulassung
zu sichern.
Zum Protest vor dem Landwirtschaftsministerium aufgerufen hatten
die Bürgerbewegung Campact, Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), MEZIS -
Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte, VDÄÄ - Verein
demokratischer Ärztinnen und Ärzte, sowie die Fraktion Gesundheit in
der Ärztekammer Berlin. Knapp 7000 Ärztinnen und Ärzte haben bei
Campact einen Ärzte-Appell gegen Glyphosat unterzeichnet.
"Der gesamte Zulassungsprozess von Glyphosat war von A bis Z von
Unregelmäßigkeiten gekennzeichnet. Systematische Fehlinterpretation
von unabhängigen wissenschaftlichen Studien, Verwendung geheimer
Konzernstudien, Konzern-Einfluss auf UN-Gremien: Die Pestizid-Lobby
zog alle Register. Doch der Widerstand der Bürger hat die Zulassung
zweimal scheitern lassen. Nun muss Minister Schmidt die Konsequenzen
ziehen: Glyphosat darf nicht wieder zugelassen werden" fordert Gerald
Neubauer von Campact.
Pressekontakt:
Dr. Ludwig Brügmann, IPPNW, Internist und Gastroenterologe, mobil
0171-5103532
Dr. Gerald Neubauer, Campaigner Campact, neubauer@campact.de, mobil
0179-7343557
Jörg Haas, Pressesprecher Campact e.V., presse@campact.de, Tel.
04231957590 (auch mobil)
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Datum: 06.06.2016 - 11:36 Uhr
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