Dobrindt tut, als täter er etwas/
taz-Kommentar von Richard Rother über Deutschlands EU-Initiative zum Dieselgate
ID: 1365947
Spiel machen. Und manchmal muss er so tun, als ob er etwas Wirksames
tut, um das böse Spiel zu beenden, auch wenn das wenig
erfolgversprechend ist. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt
(CSU) hat im Dieselabgasskandal diese unangenehme Aufgabe
übernommen.
Einerseits nämlich erwarten geprellte Kunden und geschädigte
Anwohner zu Recht, dass der zuständige Minister betrügerische
Konzerne in die Schranken weist. Andererseits aber wünschen
Wirtschaft und Gewerkschaften, dass die Konsequenzen des
Fehlverhaltens nicht so gravierend sind, dass Arbeitsplätze oder gar
die Existenz von Unternehmen in Gefahr geraten. Heraus kommt: ein
herumlavierender Minister, der Gesetze bewusst falsch
versteht.
Zuerst hat Dobrindt den Begriff des "Thermofensters" eingeführt,
um im Sinne der europäischen Autoindustrie Verständnis für das
eigentlich nicht erlaubte Abschalten von Abgasreinigungssystemen -
was außerhalb des engen "Thermofensters" geschieht - zu zeigen. Nun
zielt er mit seiner Brüsseler Initiative auf eine Art Amnestie für
die Konzerne.
Dobrindt möchte die Situationen klarer definieren, in denen die
Hersteller aus Gründen des Motorschutzes die Abgasreinigung
ausschalten dürfen. Das ist Augenwischerei, denn schon jetzt legen
die entsprechenden Bestimmungen fest, dass die Abgasreinigung im
normalen Fahralltag zu funktionieren hat - und etwa nicht nur, wenn
es draußen wärmer als 17 Grad ist.
Sollte sich Dobrindt mit seiner Initiative durchsetzen, könnten
sich die Autokonzerne darauf berufen, bestehende Regeln nur zu weit
ausgelegt zu haben - sie aber nicht bewusst gebrochen zu haben. So
weit sollte es die EU-Kommission nicht kommen lassen. Auch die
mächtigen Autokonzerne müssen lernen, was schon kleine Kinder wissen:
Zu seinen Taten muss man stehen.
Pressekontakt:
taz - die tageszeitung
taz Redaktion
Telefon: 030 259 02-255, -251, -250
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.06.2016 - 16:33 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1365947
Anzahl Zeichen: 2257
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 310 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Dobrindt tut, als täter er etwas/
taz-Kommentar von Richard Rother über Deutschlands EU-Initiative zum Dieselgate"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
taz - die tageszeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
(Brot für die Welt hat nach Erscheinen des Artikels das Zitat im 2. Absatz dahingehend korrigiert, dass rund 60 Prozent des in Deutschland verbrauchten Weizens in Trog und Tank landeten, also nicht 80 Prozent des Weizens in Deutschland.) Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hat d
Brot für die Welt verteidigt Indiens Exportverbot für Weizen / Regierung verhindere Hunger im eigenen Land. Statt das zu kritisieren sollten die G7 ihren Verbrauch für Kraftstoff und Futter reduzie ...
Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hat die Kritik der G7-Staaten an Indiens Exportverbot für Weizen zurückgewiesen. "Es ist nur gerechtfertigt, wenn die indische Regierung Hunger im eigenen Lan durch einen Ausfuhrstopp verhindern will", sagte Francisco Marí, Welte
FDP sieht Pläne für weniger Biosprit skeptisch / Kraftstoff aus Pflanzen sei nötig im Kampf gegen Klimawandel, so Vizefraktionschefin Konrad. Sie sieht keine große Konkurrenz zu Lebensmittelproduk ...
Die von mehreren Bundesministerien angestrebte Reduzierung des Einsatzes von Lebensmitteln als Kraftstoff droht an der FDP zu scheitern. "Biokraftstoffe sind eine wichtige Technologie zum Übergang in die Klimaneutralität des Verkehrs und oftmals durch den Einsatz von Abfällen und Reststoff
Weitere Mitteilungen von taz - die tageszeitung
Weiss/Pfeiffer: Vorschläge der EU-Kommission zur Migrationspolitik sind notwendiges Signal ...
Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitstaaten unerlässlich Die Europäische Kommission will am heutigen Dienstag ihre Position zur künftigen Migrationspolitik sowie zur Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitstaaten von Migranten vorstellen. Dazu erklären die stellvertretende Vorsitzen
Der Tagesspiegel: Koalition einigt sich auf BND-Gesetz ...
Nach längerem Gezerre soll nun offenbar doch die Reform des Bundesnachrichtendienstes (BND) noch in dieser Legislaturperiode durch ein Gesetz geregelt werden. Wie der Tagesspiegel (Mittwochausgabe) aus Regierungskreisen erfuhr, einigten sich darauf am vergangenen Freitag mehrere Minister sowie
Lärm in Nachbars Wohnung ...
Der Mensch ist unentwegt tausenden Geräuschen ausgesetzt und das 24 Stunden am Tag. Zu Zeiten der Fußball-EM wird es nicht ruhiger. Wer will es den Nachbarn auch verdenken, wenn sie lauthals mitfiebern, Tore bejubeln und Siege feiern. Dass der Einzelne da das Bedürfnis verspürt, einmal abzuschal
Führungskräfte: Flexi-Rente ist nur ein erster vorsichtiger Schritt ...
Wer heute mit Alter 63 in die Teilrente geht, muss drastische Rentenkürzungen hinnehmen, wenn er mehr als 450 € hinzuverdient. Das will die Bundesregierung ändern: Auch künftig sollen Hinzuverdienste bis zu 450 € anrechnungsfrei bleiben. Von einem Verdienst oberhalb dieses Freibetrages werden




