ANGA COM-Strategiepanel: Mobil-TV wird sich am Markt etablieren - Kopf an Kopf Rennen von DVB-T2 HD und Mobilfunk
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(PresseBox) - Kooperationsveranstaltung von Deutscher TV-Plattform und Kabelverband ANGA in Köln: Die Frage "Mobile TV: DVB-T2 und Mobilfunk - Welcher Business Case macht das Rennen?" wurde mit einem klaren Unentschieden beantwortet - beide Technologien haben ihre Stärken und noch ein paar Asse im Ärmel
Mit dem Start von DVB-T2 HD bricht eine neue Ära des digitalen Antennenfernsehens in Deutschland an: Bis Mitte 2019 wird der terrestrische Rundfunk bundesweit auf HDTV umgestellt - auch für den TV-Empfang unterwegs. Die Frage, ob sich das modernisierte Antennen-TV auch am Mobil-TV-Markt etablieren und behaupten kann, erörterte am 7. Juni ein prominent besetztes Strategiepanel vom Kabelverband ANGA und der Deutschen TV-Plattform.
Seit 29. März 2016 sind in 18 deutschen Ballungsräumen sechs HDTV-Programme über DVB-T2 HD empfangbar. Der bundesweite Regelbetrieb mit ca. 40 Programmen startet ab 29. März 2017. Wie schon das "ÜberallFernehen" lässt sich auch DVB-T2 HD unterwegs empfangen. Daher spielt Im Zuge der Einführung der Terrestrik 2.0 neben dem stationären auch der mobile Empfang mit portablen Geräten als Alleinstellungsmerkmal eine wichtige Rolle. Zugleich wächst die Beliebtheit von Bewegtbild-Angeboten über mobile Endgeräte - Smartphones und Tablets - über das Mobilfunknetz.
Dass sich beide Technologien nicht ausschließen, sondern ergänzen, darüber waren sich die Diskutanten des Strategiepanels unter Moderation von Jürgen Sewczyk (JS Consult/Eutelsat) auf der ANGA COM einig. Wolfgang Breuer (Media Broadcast) kündigte an, dass es bis zum Start des Regelbetriebs im März 2017 USB-/HDMI-Sticks geben werde, mit denen portable Geräte fit für den DVB-T2 HD Empfang gemacht werden können. Dank der smartcardlosen Lösung für das freenet TV-Paket ist damit auch die Nutzung der verschlüsselten Angebote unterwegs möglich.
Der große Vorteil am mobilen Rundfunkempfang ist, dass auch längere Programmstrecken mobil genutzt werden können, ohne dass dafür zusätzliche Kosten beim Kunden entstehen. Beim häufigen Abruf von Videos über Mobilfunk kann dagegen das Datenpaket des Netzbetreibers schnell am Ende sein. Zudem erzeugt eine hohe Nachfrage von Daten über die Mobilfunknetze auch zusätzliche Kosten beim Anbieter.
Dennoch sieht Gert von Manteuffel (Telekom Deutschland) den Business Case des Videoabrufs unterwegs als einen wesentlichen Baustein des Entertain-TV-Angebots. Zeit- und Ort-unabhängige Nutzung von Bewegtbild über alle Endgeräte sei eine zentrale Anforderung der Kunden. Delinearisierte Medien-Nutzung werde in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen, so von Manteuffel. Gleichwohl räumte er ein, dass der Use Case des linearen Fernsehkonsums über Mobilfunknetze eher eine Randerscheinung bleiben werde.
Das Interesse der beteiligten Sender an DVB-T2 HD verdeutlichten Dr. Andreas Bereczky (ZDF) und Andre Prahl (Mediengruppe RTL Deutschland). Die Modernisierung der Rundfunk-Terrestrik erlaube die Realisierung verschiedener Geschäftsmodelle, und gewinne durch die Programmvielfalt an Attraktivität für die Zuschauer. Für die Sendergruppen steht angesichts der sich verändernden Mediennutzung die Multiscreen-Strategie im Vordergrund, um ihren Zuschauern attraktive Inhalte auf allen möglichen Wegen für diverse Bildschirmgeräte anzubieten. DVB-T2 HD sei dabei ein wichtiger Baustein.
Wie große Infrastrukturbetreiber eine Mehrwege-Strategie verfolgen, verdeutlichte auch Rolf Wierig (Vodafone Deutschland). Zusätzlich zum TV-Gerät im Wohnzimmer werden Tablets und Smartphones immer stärker zu "Zweitfernsehern", betonte er. Vodafone als Mobilfunkbetreiber mit seiner Kabelsparte sieht sich gleichsam gut gerüstet für den Wettbewerb, versicherte Wierig, zumal die über alle Verbreitungswege verfügbaren Bandbreiten weiter wachsen. Er verwies auf die Vorteile des neuen Mobilfunkstandards 5G, wobei es bis zur Markteinführung 2020 auch attraktive Zwischenlösungen im Wettbewerb um Mobil-TV geben werde.
Fazit des Strategiepanels: Mit Blick auf mobil-portablen Empfang birgt DVB-T2 HD ein hohes Potential. Im Wettbewerb mit der beliebten Bewegtbildnutzung über Mobilfunk werden sich beide Systeme nicht nur ergänzen, da sie unterschiedliche Verbraucherbedürfnisse bedienen, sondern sogar beflügeln. Zum Vorteil der Endkunden, die von größerer Angebotsvielfalt, sinkenden Kosten und einfacher Bedienung profitieren.
Aufklärung und eine Live-Demonstration von DVB-T2 HD bietet die Deutsche TV-Plattform an ihrem Stand bei der ANGA COM vom 7. bis 9. Juni in Köln. Dort wie auch unter www.tv-plattform.de gibt es zu diesem und anderen Digital-TV-Themen zahlreiche Publikationen.
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Die Deutsche TV-Plattform ist ein Zusammenschluss von privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern, Geräteherstellern, Infrastrukturbetreibern, Service- und Technik-Providern, Forschungsinstituten und Universitäten, Bundes- und Landesbehörden sowie anderen, mit den digitalen Medien befassten Unternehmen, Verbänden und Institutionen. Ziel des eingetragenen Vereins ist seit 25 Jahren die Einführung von digitalen Technologien auf Grundlage offener Standards. In den Arbeitsgruppen der Deutschen TV-Plattform engagieren sich Vertreter aus nahezu allen Bereichen der Medienbranche und der Unterhaltungselektronik für wichtige Weichenstellungen bei Schwerpunktthemen des digitalen Rundfunks.
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Datum: 08.06.2016 - 12:54 Uhr
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