Südwest Presse: Kommentar: Russische Leichtathleten
ID: 1370328
Richtung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Der
Leichtathletik-Weltverband IAAF hat eine Sperre für alle russischen
Leichtathleten ausgesprochen - und trifft damit eine ehrgeizige
Sport-Nation mitten ins Mark. Zwar steht die endgültige Entscheidung
durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) noch aus. Dennoch
ist allein die Entscheidung des IAAF eine noch nie dagewesene
drastische Maßnahme, um den Dopingmissbrauch im Sport rigoros zu
bekämpfen. Ist diese Sperre gerecht gegenüber den russischen
Leichtathleten, denen wohl ein großer Traum in ihrer Karriere
verwehrt bleibt? Die Antwort muss leider lauten: Ja! Denn gerade in
Russland herrscht eine schon lange tief verwurzelte Betrugskultur. Um
sportliche Höchstleistungen zu erbringen, wird von Spitzensportlern
und deren Ärzten schon über geraume Zeit systematisch auf verbotene
Substanzen zurückgegriffen. Das belegte die Dokumentation der ARD
authentisch. Hier äußerten sich Sportler, die jahrelang diesem
Betrugssystem ausgesetzt waren - und sich am Ende aus eigenem Willen
daraus befreiten. Das Interesse, sich als glorreiche Sport-Nation bei
weltweiten Kräftemessen zu feiern, ist sicher groß. Aber der
olympische Gedanke beinhaltet weit mehr als reine Erfolgserlebnisse.
Die olympische Bewegung ist eine friedliche Bewegung. Im Mittelpunkt
steht der Mensch. Den Gedanken hat Russland leider nicht
verinnerlicht
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
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Datum: 17.06.2016 - 19:14 Uhr
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