Gienger: Nahezu Komplettausschluss russischer Athleten schwieriger Kompromiss
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Am gestrigen Sonntag hat das 15-köpfige Exekutivkomitee des
Internationalen Olympischen Komitee (IOC) beschlossen, dass nahezu
alle russischen Athleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de
Janeiro ausgeschlossen sein werden. Der Untersuchungsbericht der
Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte zuvor ein flächendeckendes,
staatlich gestütztes Dopingsystem in Russland bestätigt. Dazu erklärt
der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eberhard
Gienger:
"Die Entscheidung des IOC, nicht alle russischen Athleten von den
Olympischen Spielen in Rio auszuschließen, ist ein schwieriger
Kompromiss. Bei den erdrückenden Beweisen zum staatlich gestützten
Dopingsystem in Russland hätte man sich einen kompletten Ausschluss
gewünscht.
Gleichzeitig gilt für den Weltsportverband, die individuellen
Rechte der nachweislich sauberen Sportler aus Russland zu schützen.
Das IOC steht damit im Spagat zwischen kollektiver Bestrafung und
individueller Gerechtigkeit.
Nach dem Dilemma um die Entscheidung muss das IOC aus dem Fall
Russland lernen: Es bedarf an internationalen Vereinbarungen zu
derartigen Fällen und konkreten Regeln zum Umgang mit Hinweisgebern.
Denn: Nach zahlreichen Dopingskandalen ist das Vertrauen der Menschen
in einen sauberen Sport beschädigt. Will man die Integrität und
Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, müssen zudem die Sportorganisationen
und die unabhängigen Anti-Doping-Behörden enger kooperieren.
Nach der Entscheidung der IOC-Exekutive besteht weiterhin die
minimale Chance für einzelne russische Athleten, in Rio an den Start
gehen zu dürfen. Hierzu müssen die Sportler gegenüber ihren
internationalen Sportfachverbänden den Nachweis erbringen, nicht vom
russischen Staatsdopingsystem betroffen gewesen zu sein. Dieser
Beweis wird wenige Wochen vor den Spielen in Brasilien jedoch kaum
oder nur in Einzelfällen anzuführen sein. Gleichwohl hat die besagte
Öffnungsklausel einen kompletten Ausschluss der russischen Athleten
und eine symbolträchtige Zeitenwende zunichte gemacht."
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Datum: 25.07.2016 - 11:44 Uhr
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