EEG-Prognose 2017: bis zu 1,4 Mrd. Euro mehr Stromkosten für Privathaushalte

EEG-Prognose 2017: bis zu 1,4 Mrd. Euro mehr Stromkosten für Privathaushalte

ID: 1383386
(ots) - Anstieg auf 7,3 Cent/kWh: Familien zahlen im
kommenden Jahr bis zu 56 Euro, Singles bis zu 23 Euro mehr für Strom
/ Strompreis trotz sinkender Einkaufspreise auf konstant hohem Niveau

Nach einer ersten Prognose steigt die EEG-Umlage 2017 auf bis zu
7,3 Cent/kWh netto.* Für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von
5.000 kWh bedeutet das je nach Szenario bis zu 56 Euro höhere
jährliche Stromkosten (brutto), für einen Einpersonenhaushalt (2.000
kWh/Jahr) bis zu 23 Euro mehr.

Spätestens am 15. Oktober müssen die Übertragungsnetzbetreiber die
Höhe der EEG-Umlage für das kommende Jahr veröffentlichen. Bestätigt
sich die Prognose, würde der Beitrag zur Förderung erneuerbarer
Energien einen neuen Höchststand erreichen. Auf die privaten
Haushalte in Deutschland könnte eine zusätzliche jährliche Belastung
von rund 1,4 Mrd. Euro zukommen.

Erste Prognose der EEG-Umlage 2017: Anstieg auf bis zu 7,3
Cent/kWh


Szenario 1 Szenario 2
EEG-Umlage 2016 6,354 Cent/kWh
"Prognose EEG-Umlage 2017*" 7,30 Cent/kWh 7,10 Cent/kWh
Mehrkosten p. a. Familie (5.000 kWh)** 56,29 EUR 44,39 EUR
Mehrkosten p. a. Single (2.000 kWh)** 22,51 EUR 17,75 EUR
Mehrkosten dt. Privathaushalte** 1,440 Mrd. EUR 1,135 Mrd. EUR

Szenario 1: Die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt
von bislang 6,354 Cent/kWh auf 7,3 Cent/kWh. Eine Erhöhung in diesem
Umfang würde einen neuen Höchststand bedeuten. Tritt das Szenario
ein, kommen auf die privaten Stromverbraucher in Deutschland rund 1,4
Mrd. Euro Mehrkosten zu. Familien müssen 56 Euro, Singles rund 23
Euro mehr für Strom zahlen.

Szenario 2: Die EEG-Umlage steigt auf 7,1 Cent/kWh. Geben


Stromanbieter die Erhöhung in vollem Umfang an die Verbraucher
weiter, zahlt eine Familie für Strom im kommenden Jahr 44 Euro, ein
Single 18 Euro mehr. Für die deutschen Privathaushalte würde eine
Erhöhung in diesem Umfang rund 1,1 Mrd. Euro höhere Stromkosten
bedeuten.

Durchschnittlicher Strompreis konstant auf hohem Niveau -
Einkaufspreis um 21 Prozent gesunken

Stromversorger profitieren von immer günstigeren Einkaufspreisen.
2015 kostete Strom an der Leipziger Strombörse im Schnitt 31,62
Euro/MWh, im ersten Halbjahr 2016 waren es 24,98 Euro/MWh - ein Minus
von 21 Prozent.***

Dennoch hält der durchschnittliche Strompreis für Endverbraucher
seit Jahren sein hohes Niveau. Im Juli 2016 kosteten 5.000 kWh Strom
mit durchschnittlich 1.364 Euro etwa so viel wie vor einem Jahr (Juli
2015: 1.372 Euro). Der Durchschnittspreis der Grundversorgungstarife
hat sich zwar erhöht, die Tarife der alternativen Stromanbieter und
die Alternativtarife der Grundversorger sind aber etwas günstiger
geworden.

"Eine Senkung des Endverbraucherpreises ist angesichts der
voraussichtlich steigenden EEG-Umlage unwahrscheinlich, obwohl die
Versorger aufgrund gesunkener Einkaufspreise größere Spielräume beim
Preis hätten", sagt Dr. Oliver Bohr, Geschäftsführer im Bereich
Energie bei CHECK24.de.

*Quelle: Agora Energiewende, http://bit.ly/2aF0yGm, abgerufen am
25.07.2016

**Berechnungen anhand der von Agora Energiewende prognostizierten
EEG-Umlage 2017.

Grundlage von Szenario 1 ist eine Erhöhung um 0,946 Cent/kWh netto
(7,3 Cent/kWh - 6,354 Cent/kWh). Familie: 5.000 kWh/Jahr * 0,946
Cent/kWh = 47,30 EUR + 19 % MwSt = 56,29 EUR brutto. Single: 2.000
kWh/Jahr * 0,946 Cent/kWh = 18,92 EUR + 19 % MwSt = 22,51 EUR brutto.
Alle deutschen Privathaushalte: 127,875 Mrd. kWh/Jahr * 0,946
Cent/kWh = 1,2097 Mrd. EUR + 19 % MwSt = 1,440 Mrd. EUR brutto.
Grundlage von Szenario 2 ist eine Erhöhung um 0,746 Cent/kWh netto
(7,1 Cent/kWh - 6,354 Cent/kWh). Familie: 5.000 kWh/Jahr * 0,746
Cent/kWh = 37,30 EUR + 19 % MwSt = 44,39 EUR brutto. Single: 2.000
kWh/Jahr * 0,746 Cent/kWh = 14,92 EUR + 19 % MwSt = 17,75 EUR brutto.
Alle deutschen Privathaushalte: 127,875 Mrd. kWh/Jahr * 0,746
Cent/kWh = 953,9475 Mio. EUR + 19 % MwSt = 1,135 Mrd. EUR brutto.

Quelle Stromverbrauch Privathaushalte in Deutschland: BDEW,
http://bit.ly/1OxM2QJ, abgerufen am 25.07.2016

***Quelle: European Energy Exchange AG, http://ots.de/bhKMU,
abgerufen am 25.07.2016

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