Forschungsprojekt zur Entwicklung eines Fluorcarbon-freien Hydrophobierungsmittels für Textilien ge

Forschungsprojekt zur Entwicklung eines Fluorcarbon-freien Hydrophobierungsmittels für Textilien gestartet

ID: 1385731
(PresseBox) - Die Hohenstein Institute in Bönnigheim und das Fraunhofer Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart (mit seinem Institutsteil BioCat in Straubing) geben den Start eines interdisziplinären Forschungsvorhabens bekannt, welches auf Grundlage natürlicher Proteine eine neuartige Textilausrüstung mit wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften entwickeln wird. Diese soll künftig als Alternative zur giftigen und umstrittenen Hydrophobierung mittels per- und polyfluorierten Chemikalien dienen. Ziel des Gemeinschaftsprojekts (IGF-Nr. 18884 N) ist eine ökonomisch und nachhaltig stabile Funktionalisierung von Textilien als Ersatz für die aktuell nach wie vor noch vielfach verwendeten Fluorcarbon-Ausrüstungen. Durch die gezielte Verknüpfung des Fachgebiets Biotechnologie mit der Textilwissenschaft versprechen sich die Wissenschaftler eine erfolgreiche Umsetzung des Projektziels.
Der im Forschungsvorhaben angestrebte Ansatz soll alleine mithilfe von wasserabweisenden (hydrophoben) Proteinen, sogenannten Hydrophobinen, verwirklicht werden. Diese Proteine kommen natürlicherweise in den Zellwänden von Pilzen vor, wo sie eine wasserabweisende Funktion haben. Im Laufe des Projekts möchten die Forscher die Pilzproteine biotechnologisch herstellen und anschließend auf Textilien aufbringen.
Das Prinzip beruht darauf, die hydrophoben Proteine mit einem ?Anker? zu versehen, der sich als Bindeglied selektiv und stabil an Zellulosefasern binden kann. ?Anker? dieser Art sind ebenfalls in der Natur verfügbar, z. B. bei Zellulose-abbauenden Enzymen (sog. Zellulasen), die vielen Pilzen und Bakterien dabei helfen Biomasse abzubauen, um an Nährstoffe zu gelangen.
In einer Machbarkeitsstudie der Hohenstein Institute und des Fraunhofer Instituts, wurde das Prinzip der ?Anker-Protein-Ausrüstung? bereits umgesetzt. Es gelang bisher, ein grün-fluoreszierendes Marker-Protein über einen Cellulose-Anker stabil an verschiedene Textilien zu binden.


Wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften von Textilien sind von großer Bedeutung, vor allem für Outdoor-Produkte, technische Textilien, OP-Textilien, aber auch zum Schutz von Fasern vor mikrobieller Zersetzung wie z.B. im Automobil. Derzeit werden diese Eigenschaften hauptsächlich durch chemische Fluorcarbon-Verbindungen erzielt, die als langlebige organische Schadstoffe eingestuft sind. Fluorcarbon-Verbindungen werden unter Umständen von Mensch und Tier über Nahrung und Trinkwasser aufgenommen und reichern sich in deren Organen an. Aufgrund der Gefahren für Mensch und Umwelt wächst der Druck durch Medien und Verbraucher für alternative Textilausrüstungen mit den gewünschten Eigenschaften. Daher ist die Umstellung von Fluorcarbon-Ausrüstungen auf alternative Substanzen und Verfahren eine bedeutende Herausforderung für die Textilindustrie. Die protein-basierte Textilausrüstung stellt vor diesem Hintergrund ein alternatives Hydrophobierungsverfahren dar, das zugleich kosteneffizient, nachhaltig und gesundheitlich unbedenklich ist.
Das Gemeinschaftsprojekt wird von einem projektbegleitenden Ausschuss unterstützt, der sich aus verschiedenen industriellen Vertretern der Textil- und Biotechnologiebranche zusammensetzt. Die industrielle Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit der neu entwickelten Veredlungsmethode wird somit von Anfang an berücksichtigt.
Das Fraunhofer IGB, Institutsteil BioCat in Straubing, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Biokatalyse-Systemen und der fermentativen Herstellung biologischer Substanzen. Dort werden derzeit die entsprechenden Fusionsproteine aus wasserabweisendem Protein und Zellulose-Anker produziert, die sich für die Veredlung zellulosehaltiger Textilien aus Baumwolle, Viskose, Modal oder Lyocell eignen.
Das IGF-Vorhaben 18884N der Forschungsvereinigung Forschungskuratorium Textil e.V., Reinhardtstraße 12-14,10177 Berlin wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und ? entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Bundestages gefördert.

Die Hohenstein Institute in Bönnigheim gehören zu den bedeutendsten, unabhängigen Forschungs- und Prüfeinrichtungen im textilen Sektor. Der integrierte Life Science Bereich namens William-Küster-Institut für Hygiene, Umwelt und Medizin, widmet sich den zahlreichen textilbezogenen Fragestellungen im Projekt - von der Auswahl geeigneter Textilmuster auf Zellulosebasis über die Veredlung der Textilien mit den Proteinen bis hin zur Charakterisierung der veredelten Textilmuster. Die Forscher untersuchen zum einen die Funktionalität und Waschbeständigkeit der Protein-Ausrüstung. Zum anderen analysieren sie weitere Aspekte wie Atmungsaktivität, Biokompatibilität, Umweltverträglichkeit und letztendlich auch die biologische Abbaubarkeit der veredelten Textilmuster.

Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Die Hohenstein Institute in Bönnigheim gehören zu den bedeutendsten, unabhängigen Forschungs- und Prüfeinrichtungen im textilen Sektor. Der integrierte Life Science Bereich namens William-Küster-Institut für Hygiene, Umwelt und Medizin, widmet sich den zahlreichen textilbezogenen Fragestellungen im Projekt - von der Auswahl geeigneter Textilmuster auf Zellulosebasis über die Veredlung der Textilien mit den Proteinen bis hin zur Charakterisierung der veredelten Textilmuster. Die Forscher untersuchen zum einen die Funktionalität und Waschbeständigkeit der Protein-Ausrüstung. Zum anderen analysieren sie weitere Aspekte wie Atmungsaktivität, Biokompatibilität, Umweltverträglichkeit und letztendlich auch die biologische Abbaubarkeit der veredelten Textilmuster.



drucken  als PDF  Misserfolg - so scheiterst Du deutlich erfolgreicher Digital ist besser! Wirklich?
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 02.08.2016 - 10:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1385731
Anzahl Zeichen: 4996

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bönnigheim / Stuttgart / Straubing



Kategorie:

Forschung und Entwicklung



Diese Pressemitteilung wurde bisher 846 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Forschungsprojekt zur Entwicklung eines Fluorcarbon-freien Hydrophobierungsmittels für Textilien gestartet"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Hohenstein Institute (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Maske ist nicht gleich Maske ...
Zur Eindämmung des Coronavirus müssen derzeit in weiten Teilen des öffentlichen Raumes Mund-Nasen-Masken getragen werden. Da diese sog. Community Masken gesetzlichen und funktionellen Anforderungen genügen müssen, bietet der Prüfdienstleister und Forschungspartner Hohenstein ab sofort ein Qual

Universitäre Weiterbildung bei Hohenstein ...
Die Hohenstein Academy hebt ab sofort ihr Kursangebot auf Universitätsniveau an. Die berufsbegleitende Weiterbildung ?Qualitätsmanager/in (Univ.)? kann mit insgesamt 12 ECTS Punkten auf ein Hochschulstudium angerechnet werden. Hohenstein bietet den Zertifikatslehrgang zusammen mit dem IBH (Instit

Gesundheit! Neuer Thementag Hygiene bei Hohenstein ...
In Zeiten von Coronavirus und Influenza spielt das Thema Hygiene mehr denn je eine wichtige Rolle: Der erste Hohenstein Thementag Hygiene am 25. März 2020 beleuchtet das Thema aus verschiedensten Perspektiven und diskutiert Fragen, wie ?Sind Infektionen und Ausbrüche Folge von Hygienemängeln?? od


Weitere Mitteilungen von Hohenstein Institute


LuxSpace und ORBCOMM erhalten von European Maritime Safety Agency mehrjährigen Service-Vertrag ...
d Rochelle Park, NJ, USA, 01.08.2016 - LuxSpace Sàrl, eine Tochtergesellschaft der OHB SE (Prime Standard, ISIN: DE005936124), und ihr Partner ORBCOMM Inc. (Nasdaq: ORBC) haben heute den Abschluss eines Rahmenvertrages mit einer Laufzeit von vier Jahren für das satellitengestützte Automatic Ident

Elektromobilität als Teil der Energiewende: BMWi startet Förderprogramm ELEKTRO POWER II ...
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert innerhalb des Förderprogramms "ELEKTRO POWER II: Elektromobilität - Positionierung der Wertschöpfungskette" in den kommenden drei Jahren Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, Deutschland bei der Elektromo

TOUCHDOWN 21: Wie Menschen mit Down-Syndrom zu Forschern werden ...
Der Entwurf zum neuen Bundesteilhabegesetz wird seit Wochen diskutiert. Wie Inklusion in der Wissenschaft funktionieren kann, macht das Projekt "TOUCHDOWN 21" vor, in dem Menschen mit und ohne Down-Syndrom die Trisomie 21 erforschen. Vor Kurzem wurde es von der Initiative "Deutsch

Vielkanal-Messdatenrecorder als Datenlogger, PC-Frontend oder Backup-Device für Realtime-Systeme ...
Der TEAC WX-7000 ist ein moderner Nachfolger klassischer Instrumentation Recorder wie des früheren SONY SIR-1000 für die Aufzeichnung und Wiedergabe von 16 bis 128 Spannungssignalen und IEPE-Sensoren. Die Aufzeichnung erfolgt auf robuste RDX Medien - Festplatten bis 3 TB und Solid State D


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z