Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Sigmar Gabriel
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eine menschliche. Und das kann am Ende den Unterschied ausmachen:
Während seinem Parteikollegen Peer Steinbrück der Stinkefinger im
Kanzler-Wahlkampf 2013 geschadet hat, könnte Gabriel dieser
Ausrutscher als möglicher Kanzlerkandidat der SPD nützen. Steinbrück
wollte kokettieren, Gabriel wurde dagegen von rechtsextremen Pöblern
an seinem wunden Punkt getroffen. Der SPD-Chef ist launisch, eckt
immer wieder an. Damit bietet er ein Gegenmodell zu Angela Merkel und
ihrer Zurückhaltung. Und das in Zeiten, in denen die Kanzlerin für
ihre Ruhe und ihr Kalkül zunehmend kritischer beäugt wird. Gabriels
Art kann auf diese Kritiker wie ein frischer Wind für das Kanzleramt
wirken. Und der Stinkefinger mag einigen aus der Seele gesprochen
haben und im Internet Zuspruch finden. Aber können seine Launen auch
hinter dem Posten eines Regierungschefs zurückstehen? Wer sich aufs
Politikgeschäft einlässt, weiß: Wichtige Entscheidungen müssen mit
dem Kopf getroffen werden - nicht mit dem Herzen.
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Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
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Datum: 17.08.2016 - 21:30 Uhr
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