Neue Säcke braucht das Land
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(firmenpresse) - Wie Wissenschafter helfen, bessere Transportsäcke für Schüttgut herzustellen/ Deutscher Verpackungspreis 2004 an Wittener Industrie-Partner Storsackeurea
Die Idee mit dem neuen Sack hatte Dr. Elmar K. Wolff nach einer feuchtfröhlichen Nacht an einer Hotelbar im russischen Rostow am Don. Da kam der Leiter des Instituts für angewandte Biotechnik und Systemanalyse an der Universität Witten/Herdecke mit einem Unternehmer ins Gespräch. Der klagte über die personalintensive Herstellung von Transportsäcken, so genannten Big Bags, in denen von Pflastersteinen bis Getreide so ziemlich alles transportiert werden kann, was auf Paletten passt. Wolff tat in dieser Nacht kein Auge zu. Am nächsten Morgen hatte er die Lösung: Laserschweissen statt personalintensives Nähen.
Erste Versuche mit dem neuen Verfahren zeigten, dass die Sache komplizierter war als gedacht: "Um die enormen Festigkeiten zu erreichen - ein Big-Bag muss bis zu einer Tonne Last tragen können - mussten wir ein Verfahren entwickeln, bei dem Laserschweissen mit einer bisher nicht gekannten Präzision zum Einsatz kommt", erklärt Wolff das Problem. Nach umfangreichen Versuchen, aus denen sich u.a. zwei neue Patente ergaben, entwickelten Wolff und seine Mitarbeiter das so genannte "intelligente Schweissen": Hier kommt nun die Wissenschaft ins Spiel: " Um richtig Schweissen zu können, mussten wir zuvor die Zugfestigkeit und vor allem den Kraftverlauf in den verschiedenen Geweben analysieren", erklärt Wolff. Dann kam der nächste Schritt: "Wir mussten uns überlegen wie man extrem kontrolliert schweisst, d.h. nur das zusammen schweisst, was wirklich zusammen gehört. Die Lösung fand Wolff in der Weiterentwicklung des so genannten "Laserdurchstrahlschweissens". Eine Laser absorbierende Schicht in der Mitte zwischen den zu verschweissenden Lagen ermöglicht eine bisher nicht gekannt Präzision des Schweissvorgangs. "Wir nennen das programmiertes Aufschmelzen", erklärt Wolff. Im November 2003 kam endlich der Durchbruch: Wolff und seine Mannen feierten den ersten voll geschweissten Big-Bag mit der gleichen Tragekraft und Haltbarkeit wie ein genähter. Das Marktpotenzial ist gigantisch: Jährlich werden weltweit 250 Mio. Stück verkauft zu Preisen zwischen drei und 40 Euro das Stück.
Dank Wittener Forschungs- und Entwicklungsarbeit wurde nun Wolffs Industrie-Partner, die Herstellerfirma Storsackeurea Verpackungs GmbH, mit dem deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet, der am 28. September 2004 in Nürnberg verliehen wurde.
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Kontakt: Dr. rer. nat. Elmar K. Wolff, Tel.: 02302/9147710, Fax: 02302/914777, E-Mail: ibis@uni-wh.de, Internet: www.ibis-uwh.de
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Datum: 01.10.2004 - 10:25 Uhr
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