Digitaler Zahlungsverkehr wächst voraussichtlich erstmals um zehn Prozent weltweit
ID: 1403266
nach digitalen Lösungen steigern Bedarf von digitalen Finanzprodukten
und -services
Das Volumen für digitale Zahlungen steigt weltweit weiter an. Die
Wachstumsrate wird 2015 erstmals auf voraussichtlich 10 Prozent und
damit auf 426,3 Milliarden Transaktionen ansteigen. Damit wird der
bisherige Rekord von 8,9 Prozent (2014; 387,3 Milliarden
Transaktionen) übertroffen. Dies ist das Kernergebnis des World
Payments Reports (WPR) 2016 von Capgemini und BNP Paribas.
Der Anstieg des digitalen Zahlungsverkehrs wird beschleunigt durch
ein starkes Wirtschaftswachstum in wichtigen Schwellenländern,
verbesserten Sicherheitsmaßnahmen, wie EMV und Biometrie, sowie
Regierungsinitiativen, die die Förderung elektronische Zahlungen in
Entwicklungsmärkten zum Ziel haben. Hinzu kommen steigende Kosten für
Barzahlungen. Die Entwicklung hin zum digitalen Zahlungsverkehr wird
darüber hinaus durch eine zunehmende Nachfrage nach nahtlosen und
sicheren digitalen Transaktionsdiensten, insbesondere von Seiten der
Geschäftskunden, gestützt. Dieser Bedarf spornt Transaktionsbanken zu
höheren Investments sowie Banken zu einer stärkeren Zusammenarbeit
untereinander und/oder mit FinTechs an; All dies, um neue
Dienstleistungen schneller auf den Markt zu bringen und einen
Mehrwert für digitale Transaktionen bieten zu können, der sich von
anderen Angeboten abhebt.
Entwicklungsmärkte wachsen schneller
Der digitale Zahlungsverkehr wuchs länderübergreifend.
Entwicklungsmärkte hatten dabei mit 16,7 Prozent höhere
Wachstumsraten als etablierte Märkte (6,0 Prozent). Letztere stehen
jedoch für 70,9 Prozent der weltweiten digitalen
Zahlungstransaktionen. China überholte erstmals Großbritannien sowie
Südkorea bei der Zahl der digitalen Transaktionen und steht damit an
vierter Stelle der zehn weltweit größten Märkte nach den USA, der
Eurozone und Brasilien. Seit 2010 sind Karten das digitale
Bezahlinstrument mit dem höchsten Wachstum, während die Nutzung von
Schecks immer weiter abnimmt. Sofortzahlungen haben als Alternative
zu Bargeld- und Scheckzahlungen ein großes Potenzial, um das Wachstum
digitaler Transaktionen weiter voranzutreiben. Doch hier müssen die
Beteiligten weiter informiert, mehr Zusatzleistungen zur Verfügung
gestellt und die Infrastrukturen bei Händlern und Unternehmen weiter
ausgebaut werden.
Banken müssen "digital denken"
Das Kernthema des WPR 2016 sind die Herausforderungen und
Möglichkeiten, die sich aus Finanztransaktionen ergeben. "Die
grundlegenden Erwartungen der Finanzabteilungen von Unternehmen, wie
beispielsweise Kontrolle, Transparenz über die Bargeldbestände und
Risikomanagement, haben sich über die letzten Jahre nicht verändert.
Doch erwarten Geschäftskunden von Banken zunehmend, dass sie ihre
Support-Prozesse wie Accountmanagement, Datenanalyse, Compliance
Tracking sowie Betrugserkennung und Prävention digitalisieren", sagt
Jean-François Denis, Deputy Global Head of Cash Management bei BNP
Paribas. "Das zwingt Banken ihren Wandel in Richtung Digitalisierung
noch weiter zu forcieren und einen kollaborativeren Ansatz zu
wählen."
Hinzu kommt, dass der Umsatz mit Finanztransaktionen durch
zahlreiche interne und externe Faktoren unter Druck gerät: niedrige
Gebühren und Zinserträge, den unter Druck stehenden
Währungswechselgebühren und dem Aufkommen von FinTechs. Letztere sind
bekannt dafür, ein besseres Kundenerlebnis durch fortschrittliche
Technologien zu liefern und so die Erwartungen der Kunden zu
verändern und zu erhöhen.
Markus Nenninger, Head of Payments bei Capgemini in Deutschland:
"Sowohl FinTechs als auch Innovation Labs im Bankensektor schaffen
neue Voraussetzungen, um eine innovative und verbesserte Customer
Journey zu entwickeln. Es kommt nun entscheidend auf die
Zusammensetzung neuer Partnerschaften und Kooperationen an, die das
Ziel haben, so innovative digitale Lösungen wie möglich zu schaffen
und diese dem Kunden genau im richtigen Moment seiner Customer
Journey anzubieten."
Einige Banken haben bereits damit begonnen, einen "digital-first"
Ansatz zu adaptieren. So sehen 79 Prozent aller Führungskräfte im
Bankensektor FinTechs als potenzielle Partner, so der WPR 2016.
Banken könnten jedoch Innovationen im Bereich Finanztransaktionen
noch weiter fördern, wenn sie ihre Systeme über Application
Programming Interfaces (APIs) öffnen und die überarbeitete
Zahlungsdienstrichtlinie PSD II stärker für sich nutzen würden.
Rechtliches Umfeld übt weiter Druck auf Banken aus
Zahlreiche bestehende und neue Gesetzesinitiativen haben die
regulatorische Komplexität für Banken erhöht. In Sachen
Zahlungsverkehr zeichnen sich nach Aussage des WPR zwei zentrale
Entwicklungen ab: Zum einen die vermehrte Nutzung von Technologien;
und zum anderen ein Ansatz, der von verschiedenen Regulatoren
verwendet wird, um Unternehmen eine geschützte Umgebung für die
Entwicklung von finanztechnischen Innovationen zu bieten. Dazu
gehören das Project Innovate der britischen
Finanzmarktaufsichtsbehörden mit einer Regulatory Sandbox sowie der
Singularity Innovation Hub in den Niederlanden.
Pressekontakt:
Capgemini
Marlene Stube
069 99515-1127
marlene.stube@capgemini.com
BNP Paribas
Dirk-Michael Mitter
069 7193 6667
dirk-michael.mitter@bnpparibas.com
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Datum: 22.09.2016 - 08:30 Uhr
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