Chinas Dumping kostet erneut Jobs in der Solarindustrie / Handelsminister beraten Umgang mit China

Chinas Dumping kostet erneut Jobs in der Solarindustrie / Handelsminister beraten Umgang mit China

ID: 1403448
(ots) - Die sich gerade erholende deutsche und europäische
Solarindustrie hat erneut mit chinesischem Dumping zu kämpfen.
Aktuell gelangen große Mengen von Dumpingimporten aus China auf die
europäischen Märkte. Ursache ist die Entscheidung der chinesischen
Regierung, ihr heimisches Solarförderprogramm von einem auf den
anderen Tag faktisch zu stoppen. Die Produktion aus chinesischen
Überkapazitäten drängt dadurch wieder auf die internationalen Märkte
und auch nach Deutschland. Nach Angaben der Industrieinitiative EU
ProSun werden die europäischen Anti-Dumpingmaßnahmen von den
chinesischen Herstellern massiv verletzt. Milan Nitzschke, Präsident
von EU ProSun erklärt dazu: "Es wird gepfuscht und getrickst, um
Antidumping-Auflagen zu umgehen. Hauptsache, man findet in Europa
noch Kunden und kann andere Hersteller vom Markt verdrängen."

Am Donnerstag und Freitag treffen sich die europäischen
Handelsminister in Bratislava, unter anderem um über das Verhältnis
zu China, und deren unzulässigen Handelspraktiken zu beraten.
Nitzschke: "Die EU muss dringend ihre Instrumente gegen unzulässiges
Dumping nachschärfen. Freie Märkte funktionieren nur mit klaren
Regeln."

Anstatt Überkapazitäten abzubauen fördert Chinas Regierung über
seine Staatsbanken den Aufbau von weiteren Solarfabriken. Nach
Angaben von EU ProSun kann das Land alleine mit der bestehenden
Produktionskapazität den weltweiten Bedarf bereits 1,3 mal decken. Um
der Überproduktion Herr zu werden, hatte China Anfang des Jahres
erklärt, die heimische Nachfrage nach Solarprodukten drastisch zu
erhöhen. Das Planziel war, bis Ende des Jahres in China Solaranlagen
mit einer Leistung von 21 Gigawatt zu installieren - mehr als in EU
und USA zusammen. Angesichts der riesigen Überkapazitäten wurde das
Ziel aber bereits im Juni erreicht. In Folge dessen hat die Regierung


die Förderung ausgebremst, was weltweit zu einer erneuten Schwemme
von Angeboten unter Herstellungskosten geführt hat.

Milan Nitzschke sagt dazu: "Wir erleben im Solarmarkt erneut,
worunter auch schon die Stahlindustrie, die Aluminiumindustrie und
viele andere Branchen leiden. Die Planwirtschaft spielt mit der
freien Marktwirtschaft Ping-Pong. China hält sich nicht an
internationale Regeln, subventioniert gezielt Überkapazitäten,
fördert Dumping, und exportiert seine Arbeitslosigkeit in andere
Teile der Welt. Alleine in der deutschen Solarindustrie hat das in
diesen Tagen wieder mehrere hundert Arbeitsplätze gekostet."

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Datum: 22.09.2016 - 11:16 Uhr
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