Für Dickhäuter wird es eng / Neue Bestandszahlen: Afrika hat über 100.000 Elefanten weniger. WWF: Elefantenschutz darf nicht neu verhandelt werden.
ID: 1404290
"gefährlichen Todesspirale für die bedrohten Elefanten Afrikas", die
endlich durchbrochen werden müsse. Neuen Untersuchungen zufolge
nehmen die Bestände in freier Wildbahn einerseits ab, während
zugleich der illegale Elfenbeinhandel anschwillt.
So hat die Weltnaturschutzunion am Sonntag auf der
Artenschutzkonferenz CITES in Johannesburg Schätzungen vorgelegt,
wonach Afrika seit 2006 rund einfünftel seiner wildlebenden Elefanten
verloren hat. Während vor neun Jahren noch über eine halbe Millionen
Dickhäuter durch die Wälder und Savannen des Kontinents streiften,
waren es 2015 nur noch rund 415.000 Tiere. Zugleich nimmt der
illegale Handel mit Elfenbein immer weiter zu. Nach einem aktuellen
CITES-Report gab es allein im vergangenen Jahr 1311 Aufgriffe mit
illegalem Elfenbein. Die Daten zeigen laut WWF, dass Schmuggler
weiterhin professionell und in großem Stil das "weiße Gold" auf den
Schwarzmärkten umsetzen.
Der WWF bewertet alle Vorstöße, die es zum Ziel haben, die
bestehenden Regeln des Elfenbeinhandels zu überarbeiten, als
gefährlich und indiskutabel. Die entsprechenden Anträge müssten daher
auf der Konferenz abgeschmettert werden, da sie entweder strenge
Verbote lockern würden oder durch Einsprüche seitens einzelner
Vertragsstaaten neue Schlupflöcher in den bisher eindeutigen
Moratorien ermöglichen könnten. "Das Washingtoner Artenschutzabkommen
verbietet derzeit den internationalen Elfenbeinhandel konsequent. Es
ist daher nicht die Zeit, um über den bestehenden Status neu zu
verhandeln, sondern um entschlossen gegen den illegalen
Elfenbeinhandel, den wahren Motor der Wilderei, vorzugehen. Die
Staatengemeinschaft muss militärisch operierenden Wildererbrigaden
und der global operierenden Arten-Mafia endlich die Stirn bieten", so
Dr. Arnulf Köhncke, Artenschutzexperte des WWF Deutschland.
Die zentralen Hebel des Washingtoner Artenschutzabkommens gegen
Elefantenwilderei sind laut Köhncke die nationalen
Elfenbein-Aktionspläne. Mit deren Hilfe können Staaten, in denen
Elfenbein illegal gehandelt und geschmuggelt wird, falls nötig mit
Sanktionsmechanismen dazu gebracht werden, entschieden gegen die
Arten-Mafia und die kriminellen Strukturen vorzugehen. Doch längst
noch nicht alle der betroffenen Länder haben die entsprechenden
Aktionspläne ausreichend umgesetzt. Hinzu kommt, dass Länder wie
Singapur, Malawi und Togo bisher noch nicht in diese CITES-Prozesse
eingebunden sind und damit gar nicht zu entsprechenden Aktionsplänen
verpflichtet werden können.
Hintergrunde und weitere Informationen zur Artenschutzkonferenz:
www.wwf.de/cites
Pressekontakt:
Roland Gramling, WWF Deutschland, Pressestelle,
roland.gramling@wwf.de, Tel. 030-311 777 425
Dr. Arnulf Köhncke, WWF Deutschland, Artenschutz,
arnulf.koehncke@wwf.de; Tel. 0151-1885 4854
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Datum: 25.09.2016 - 12:41 Uhr
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