Westfalen-Blatt: zu den ARD/ZDF-Fusionsplänen

Westfalen-Blatt: zu den ARD/ZDF-Fusionsplänen

ID: 1404327
(ots) - Neben Lehrern, Beamten und Politikern sind ARD
und ZDF regelmäßig die Lieblingsprügelknaben der Deutschen. Zu
teuer, reformunwillig, austauschbares Programm, politisch
linkslastig, zu viele Mitarbeiter, fürstlich entlohnte Intendanten:
Das müssen sich Mitarbeiter und Programmmacher regelmäßig anhören.
Die »Zwangsabgabe« Rundfunkbeitrag mäste den aufgeblähten
Verwaltungsapparat, statt ins Programm zu fließen, heißt es - und das
ja auch nicht ganz zu Unrecht. Allerdings ist die Kritik viel zu
pauschal. Unser öffentlich-rechtliches Fernsehen wird international
als eines der besten der Welt gerühmt. Immer wieder bringen ARD und
ZDF herausragende Produktionen hervor wie das Weltkriegs-Drama
»Unsere Mütter, unsere Väter« oder die Serie »Weissensee« über das
Stasi-Unterdrückungssystem in der ehemaligen DDR. Wer im Urlaub
italienisches Fernsehen schaut, möchte danach ARD und ZDF nicht mehr
missen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland ist besser
als sein Ruf im eigenen Land. Die durchaus vorhandene Qualität ist
natürlich kein Totschlagargument gegen Fusionsüberlegungen und gegen
eine dringend erforderliche Verkleinerung der Sendeanstalten. Aber
der Versuch, ARD und ZDF zusammenzulegen, ist nicht hilfreich und
zudem kostspielig. Wenn ein Sender wegfiele, hieße das ja nicht,
dass er dann nichts mehr kostet. Die Pensionsverpflichtungen
verschwänden damit keineswegs. Immer wieder wird auch gefordert, die
»Zwangsabgabe« Rundfunkbeitrag abzuschaffen. ARD und ZDF sollten sich
gefälligst durch Werbeeinnahmen selbst finanzieren. Wer auf Qualität
Wert legt und darauf besteht, kann das aber nicht ernsthaft wollen.
Denn dann würden die beiden Sender noch stärker auf Einschaltquoten
schielen, noch mehr Krimis und Quizshows als ohnehin schon ins
Programm nehmen. Weil sich mit Politik- und Kulturmagazinen und


Dokumentationen keine hohen Zuschauerzahlen erzielen lassen, würden
sie gestrichen oder auf noch spätere Sendeplätze geschoben. Der
Bildungsauftrag verkäme zur Farce, das Programm würde erschreckend
seicht. Der Rundfunkbeitrag muss bleiben, eine Fusion von ARD und ZDF
ist unnötig, besser wäre eine Reform innerhalb des bestehenden
Systems. Stellschrauben gäbe es genug: Zum Beispiel ist ein
Minisender wie ZDFkultur überflüssig, weil es schon Kultur im
Hauptprogramm und zudem die Sender Arte und 3Sat gibt. Wenn die
Politik den Reformdruck auf ARD und ZDF hochhält, ist das sinnvoll.
Es wäre fatal, wenn der gerade erst auf 17,50 Euro gesenkte
Rundfunkbeitrag wieder stiege. ARD und ZDF muss bewusst sein, dass
dann die Frage nach der Legitimität mit voller Wucht zurückkommen
würde, begleitet von abermaligen Fusionsforderungen



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  BERLINER MORGENPOST: Schicksalsfrage Schulbau / Kommentar von Joachim Fahrun zu fehlenden Schulplätzen Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar:
Parteitage von SPD und Grünen in NRW
Kraft-Demonstration
Thomas Seim
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.09.2016 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1404327
Anzahl Zeichen: 3118

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 477 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: zu den ARD/ZDF-Fusionsplänen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


BERLINER MORGENPOST: Schicksalsfrage Schulbau / Kommentar von Joachim Fahrun zu fehlenden Schulplätzen ...
Die neue Schulplanung macht ziemlich detailliert deutlich, in welchen Regionen Berlins der Handlungsdruck am größten ist. In den Parteien wissen sie, dass es Milliarden Euro kosten wird, die benötigten Schulplätze zu schaffen. Aber selbst wenn es an Geld nicht mangelt, bleibt die Ungewissheit

Stuttgarter Zeitung: Die EU-Flüchtlingspolitik ist hilflos ...
In der Flüchtlingspolitik setzt die EU immer stärker auf Abschreckung. (...) Auch der Wunsch, weitere Rückführungsabkommen nach dem Vorbild der Türkei abzuschließen, besteht seit Langem. Kanzlerin Angela Merkel und die gesamte CDU-Führung setzen auf diese Karte. Deren Kalkül: Deutschland

Rheinische Post: Winterkorns Versagen Kommentar Von Antje Höning ...
Überraschen würde es nicht, wenn in einem so patriarchalisch geführten Konzern wie Volkswagen der Chef selbst den Abgas-Betrug gebilligt, geduldet oder gar angeordnet hat. Zumal Martin Winterkorn, der die Spaltmaße der Autos persönlich kontrollierte, als detailverliebter Technik-Kenner galt

Stuttgarter Nachrichten: zur SPD Baden-Württemberg ...
Weiblicher, jünger, bunter - auf diese drei Schlagworte lässt sich die Agenda der designierten SPD-Landeschefin reduzieren. Leni Breymaier bietet einen Gegenentwurf zur alten SPD in Baden-Württemberg, die die Masse der Wähler nicht mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Dass aber schon ihre Favo


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z