Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Trump und das Skandal-Video"
ID: 1409937
das einen unverfälschten Blick auf seinen Charakter erlaubt. Der
vulgäre Austausch zwischen Trump und »Hollywood-Access«-Produzent
Billy Bush über eine verheiratete Frau, die der Milliardär in
seiner Villa in Palm Beach massiv sexuell belästigte, offenbart eine
zutiefst gestörte Persönlichkeit. Dieser Mann gehört nicht ins Oval
Office, sondern auf die Couch eines Therapeuten. So widerlich Trumps
unverhohlener Sexismus ist, der Frauen zu Objekten seiner Begierde
degradiert, so wenig erklärt dies die Brisanz des Videos. Seine
Ausfälle gegenüber Frauen sind ausführlich dokumentiert. Viel
verheerender ist in diesem Fall die politische Dimension seiner
Äußerungen, die ihn als Kandidat für das wichtigste Amt der Welt
endgültig disqualifizieren. Als »Star«, so prahlte er in dem
Mitschnitt, könne er mit Frauen machen, was er wolle. Damit
provoziert Trump die Frage, was er wohl mit der sehr viel größeren
Macht als Präsident der Supermacht USA im Weißen Haus anstellte?
Trumps halbherzige Entschuldigung zur Geisterstunde verstärkte den
Eindruck, der Kandidat habe den Ernst der Lage nicht verstanden. In
seinem alternativen Universum glaubt der Narzisst wohl wirklich, er
könne sich alles erlauben, ohne das dies Folgen für ihn hätte. Das
traf vielleicht auf seine gläubigen Anhänger während der Vorwahlen
der orientierungslosen Republikaner zu, aber nicht auf die
Wählerschaft der USA insgesamt. Mit dem harten Kern der »Trumpers«
allein kann der Rechtspopulist am 8. November nicht gewinnen. Er
braucht Unabhängige und Unentschiedene, zu denen auch viele
konservative Frauen in den Vororten gehören. Spät, viel zu spät
dämmert den Republikanern, dass dieser Kandidat sie nicht nur das
Weiße Haus kostet. Trump gefährdet auch die konservative Mehrheit
im US-Kongress. Das erklärt, warum nun gleich reihenweise Abgeordnete
in heller Panik aus den Notausgängen laufen. Gewiss haben einige
ehrenwerte Motive. Die meisten müssen sich aber vorhalten lassen,
Trumps Muslimen- und Mexikaner-Hetze, die Verhöhnung von Behinderten
und eben auch Frauenhass aus zynischem Machtkalkül hingenommen zu
haben. Hillary Clinton braucht eigentlich nur noch die Ruhe bewahren.
Ihre E-Mail-Affäre und die Wikileaks-Enthüllungen verblassen im
Vergleich zu den Eskapaden Trumps. Jenseits eines Wunders dürfte das
Rennen für Trump gelaufen sein. Das »Hollywood-Acces«-Video wird als
kumulativer Höhe- und Wendepunkt der bizarren Wahlschlacht zwischen
dem Reality-TV-Star und Hillary Clinton in die Geschichtsbücher
eingehen.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.10.2016 - 21:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1409937
Anzahl Zeichen: 3087
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 447 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema "Trump und das Skandal-Video""
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Verbot von Diesel- und Benzin-Pkw ...
Der Wunsch nach alternativen und damit sauberen Antrieben ist richtig. Fossile Brennstoffe sind endlich, die CO2-Belastung muss dringend reduziert werden. Doch ob E-Autos das Allheilmittel sind, ist massiv zu bezweifeln. Zum einen kommt der für diese Mobilität notwendige Strom derzeit noch z
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Sprengstofffund von Chemnitz ...
Häufig bemüht, aber immer noch wahr: Deutschland ist keine Insel der Glückseeligen. Der internationale Terrorismus hat nicht nur Syrien, den Irak und Libyen zu seinen Schlachtfeldern erklärt. Sondern auch Europa. Und damit ebenso Deutschland. Der Axt-Anschlag in einem Regionalzug nahe Würzbur
Rheinische Post: Skandal mit Ansage Kommentar Von Kirsten Bialdiga ...
Niemand kann behaupten, er sei überrascht. Dass Donald Trump Frauen verachtet, ist lange bekannt. Mehrfach fiel er in der Vergangenheit durch Entgleisungen auf. Noch während des Rennens um die Präsidentschaftskandidatur beleidigte er öffentlich eine Fernsehmoderatorin: "Aus ihren Augen ka
Rheinische Post: Plakative Flugverbote sind keine Lösung Kommentar Von Thomas Reisener ...
Nachtflugverbote ab 22 Uhr sind in NRW unrealistisch. Wenn das Land wieder an die wirtschaftliche Spitze der Bundesrepublik will, darf es seine Infrastruktur nicht strangulieren. Gerade der Luftverkehr ist für das Land, das europäische Logistik-Drehscheibe werden will, von zentraler Bedeutung. H




