WOLFF: Minarett-Diskussion sachlich halten
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WOLFF: Minarett-Diskussion sachlich halten
BERLIN. Zur Diskussion um den Bau von Minaretten nach der Volksabstimmung in der Schweiz erklärt der FDP-Innenexperte Hartfrid WOLFF:
Die Minarettdiskussion muss sachlich geführt werden. Religionsfreiheit garantiert den Bau von Moscheen, ebenso wie den Bau von Kirchen - aber nicht schrankenlos. Ein Moschee-Neubau muss sich in unsere Rechts- und Gesellschaftsordnung einfügen und damit auch die geltenden Bebauungsvorschriften einhalten. Insofern gibt es ebensowenig ein übergeordnetes Menschenrecht auf Minarettbau wie auf Kirchturmbau.
Der Anspruch auf öffentliche Religionsausübung in würdigen Moscheen ist berechtigt - erfordert aber keine Bauten die als "Machtanspruch" oder politische Demonstration empfunden werden können.
Ein wichtiger Aspekt ist immer die Akzeptanz bei der Bevölkerung und der Respekt vor ihrer kulturellen Tradition. Toleranz zwischen unterschiedlichen Bekenntnissen gehört zum Fundament unserer Gesellschaft. Bedenken der Bevölkerung dürfen gleichwohl nicht einfach als "islamfeindlich" abgetan werden, sondern sollten zum Nachdenken anregen, wie die Akzeptanz des Islam und der beidseitige Dialog verbessert werden kann.
Forderungen nach Öffnung, nach Kommunikation in deutscher Sprache, nach Achtung des (Bau-)Rechts, nach in Deutschland ausgebildeten Imamen oder nach Transparenz bei Finanzierung und Willensbildung sind keine Schikane, sondern berechtigter Anspruch einer Gesellschaft, die ein hohes Maß an Religionsfreiheit gewährt. Zugleich helfen sie, Verständnis zu fördern und Feindbilder abzubauen und dienen damit auch dem Islam selbst.
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Datum: 01.12.2009 - 00:08 Uhr
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