neues deutschland:über die Ergebnisse einer Studie zur Lage in der Pflege
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kann sie sich niemand mehr leisten. Das ist das Fazit einer
Untersuchung und für sich allein schon schlimm genug. Aber es ist
längst nicht die einzige Schreckensbotschaft hinter den neuen
Bertelsmann-Zahlen. Aus ihnen kann man auch lesen, dass sich diese
Gesellschaft offenbar damit abgefunden hat, ihre Pflegebedürftigen
zur Hälfte von den meist weiblichen Angehörigen oder ausländischen
Billigarbeiterinnen versorgen zu lassen. Die andere Hälfte wird in
stationären Einrichtungen betreut, deren Betreiber nicht selten satte
Gewinne einstreichen. Zu Lasten der Pflegekräfte und der Bewohner.
Doch das regt niemanden auf, schon gar nicht den Gesetzgeber. Der
staunt selber, wie das passieren konnte. Hat er nicht Pflegestufen in
Grade umbenannt und die Pflegebeiträge ein klitzekleinwenig erhöht?
Dass Pflegearbeit im östlichen Teil nur halb so viel wert ist wie im
westlichen, interessiert nicht. Eine Frage: Wie viele Studien mit
ähnlichen Ergebnissen müssen wir noch ertragen, ehe Konsequenzen
gezogen werden? Und zu dieser Frage noch eine Anmerkung: Die
Konsequenz kann nicht darin bestehen, die Löhne in der Pflege
abzusenken. Man muss das dazusagen, denn die Gesetze auf
existenziellen gesellschaftlichen Feldern wie der Pflege oder der
Rente werden offenbar von Leuten gemacht, die sich weder um ihr
Auskommen im Alter, noch um die Bezahlbarkeit ihrer Pflege kümmern
müssen. Da muss man mit allem rechnen.
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Datum: 12.10.2016 - 18:04 Uhr
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