Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Neue Debatte um das Bundespräsidentenamt
Politische Taktiererei
Thomas Seim
ID: 1411669
Bundestages in Berlin. Nun scheint es ernst zu werden mit dem
Wahlkampf für den nächsten Bundestag. Äußeres Zeichen dafür war
gestern eine Debatte um eine mögliche Kandidatur Margot Käßmanns, der
ehemaligen Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in
Deutschland, für das Amt der Bundespräsidentin. Das Taktieren läuft
auf vollen Touren. Attraktiv an dem Namen Käßmann ist, dass es nun
endlich doch mal an der Zeit wäre, das höchste Amt im Staate mit
einer Frau zu besetzen. Derzeit fallen dazu immer zwei Namen:
Käßmanns und der der Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin
Göring-Eckardt. Erstere wäre ein Angebot und zugleich ein Wechsel auf
eine rot-rot-grüne Mehrheit, letztere eine Öffnung für eine
schwarz-grüne Mehrheit, wenngleich es auch in der SPD Sympathien für
die Grüne gibt. Beide stünden dafür, dass die Politik geeignete
Persönlichkeiten erneut aus kirchlichen Zusammenhängen rekrutieren
muss. Die Präsidentenfrage wird aber wohl nicht entlang der Aussicht
auf eine neue politische Mehrheit im Herbst 2017 entschieden. Da
gelten ein rot-rot-grünes Bündnis wie auch eine schwarz-grüne
Mehrheit derzeit als eher unrealistisch. Mit der Union einer
Kanzlerin Merkel, die in Umfragen erstmals unter 30 Prozent liegt,
wird schwarz-grün nicht gehen. 2013 gab es die Chance - damals haben
die Grünen sie nicht nutzen wollen und können. Gegen eine
rot-rot-grüne Mehrheit spricht wiederum die mangelnde Zuverlässigkeit
linker Ideologen in der Linkspartei. Selbst der dort einflussreiche
Oskar Lafontaine, der vielleicht gar gern Frieden mit seiner
Ex-Partei machen würde, hält ein rot-rot-grünes Linksbündnis nur mit
sehr breiter Mehrheit für denkbar. Die aber wird es kaum geben. So
dauert die Suche nach einer überparteilichen Kandidatur an, die einen
gesellschaftlichen Diskurs gestalten und zu konstruktiven Mehrheiten
einen kann. Die beiden Kandidaten aus der Politik dafür heißen
Norbert Lammert (CDU), Bundestagspräsident, und Frank-Walter
Steinmeier (SPD), Bundesaußenminister, beide wohl gegen die jeweils
andere Partei nicht durchsetzbar. Leider - muss man mit Blick auf
Steinmeier sagen. Es bleibt Andreas Voßkuhle, der Präsident des
Bundesverfassungsgerichts. Er hat einmal abgewinkt. Aber das macht
seinen Namen nur stärker. Man sollte sich noch mal um ihn bemühen.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
Original-Content von: Neue Westf?lische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.10.2016 - 21:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1411669
Anzahl Zeichen: 2848
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 414 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Neue Debatte um das Bundespräsidentenamt
Politische Taktiererei
Thomas Seim"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Höhe der Rente unterscheidet sich in NRW von Wohnregion zu Wohnregion teils erheblich. Bei Männern macht es im Jahr einen Unterschied von 5.000 Euro aus, ob sie in Münster (1.185 Euro/Monat) oder im Rhein-Erft-Kreis (1.591 Euro/Monat) leben. Frauen in Gelsenkirchen (818 Euro) bekommen im Jahr
Hunderte Verstöße gegen Spritpreisregel in NRW bleiben folgenlos - ADAC kritisiert "zahnlosen Tiger" ...
Hunderte Tankstellen in Nordrhein-Westfalen verstoßen gegen die gesetzliche Spritpreisregel - doch geahndet wird bislang kein einziger Fall. Seit Anfang April wurden in NRW insgesamt 2.634 unzulässige Preiserhöhungen durch 447 Tankstellen registriert, wie aus einer Analyse von Daten des Bundeskar
Verdi-Chef Werneke: AfD hätte bei uns keine Chance ...
Bielefeld. Verdi-Chef Frank Werneke sieht derzeit keinen wachsenden Einfluss der AfD auf die Gewerkschaften im Land. Auf die Frage im Interview mit der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld), ob der Einfluss der AfD auch in Gewerkschaften zunehme, sagt Werneke: "In den Gewerkschaften nich
Weitere Mitteilungen von Neue Westfälische (Bielefeld)
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Arzneimittelpreise steigen rasant Transparenz ist gefragt Matthias Bungeroth ...
In einem hat Martin Zentgraf, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), absolut recht: "Am Ende werden die Patientinnen und Patienten die Rechnung bezahlen." Doch diesen Satz gebraucht Zentgraf leider nicht im wörtlichen, sondern im übertragenen S
BERLINER MORGENPOST: Selbstkritik als Weg nach vorn / Kommentar von Joachim Fahrun zu SPD-Chef Müller ...
Ein weiteres Mal wundert man sich über die Kommunikation, die in Müllers Senatskanzlei waltet. Mit welcher Begründung wird eine Senatssprecherin entlassen, die doch offenkundig einen guten Job gemacht und ihrem Chef so oft den Rücken frei gehalten hat? Wir erfahren es nicht. Als Daniela Augen
Badische Neueste Nachrichten: Salamitaktik - Kommentar von Rudi Wais ...
Mit den Jahren ist einiges in Unordnung geraten im Steuerstaat Deutschland. Im aktuellen Fall kommt noch erschwerend hinzu, dass ein Teil der winzigen Entlastung an andere Stelle schon wieder aufgefressen wird: Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen steigen auf breiter Front. Das kon
Mittelbayerische Zeitung: Danke, Opec / Kommentar zu denÖlpreisen ...
Ein Dank an die Opec. Ihre Ankündigung, die Menge des geförderten Öls eindämmen zu wollen, erinnert uns daran, dass wir unsere Energieversorgung auf neue Füße stellen sollten. Zuletzt hatte das Engagement in diese Richtung spürbar nachgelassen. Es fehlte der Leidensdruck hoher Preise. Im




