Chancen für langsame Normalisierung der EZB-Geldpolitik steigen: Notenbank könnte im Dezember erstmals über Ausstieg aus Anleihekäufen beraten
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Berlin, 18. Oktober 2016 - Trotz aller Beschwichtigungen der
Europäischen Zentralbank (EZB) steigen die Chancen für eine
Normalisierung der Geldpolitik. Angesichts der stabilen Konjunktur in
der Eurozone und steigender Öl- und Rohstoffpreise könne der EZB-Rat
wahrscheinlich im Dezember erstmals über einen langsamen Ausstieg
("Tapering") aus den umstrittenen Anleihekäufen beraten, erfuhr das
Wirtschaftsmagazin 'Capital' aus Kreisen europäischer Zentralbanker
(Ausgabe 11/2016; EVT 20. Oktober). Dabei werde es aber nicht um ein
abruptes Ende gehen, sondern eher darum, "den Fuß ein wenig vom
Gaspedal zu nehmen".
Seit 2015 kauft die EZB von Banken und Versicherungen Staats- und
Unternehmensanleihen sowie verbriefte Wertpapiere, inzwischen im Wert
von bis zu 80 Mrd. Euro pro Monat. Das auch "Quantitative Easing"
oder "QE" genannte Programm läuft offiziell bis mindestens März 2017.
Zuletzt hatte die EZB Gerüchte über ein baldiges Ende der
Anleihekäufe zurückgewiesen. Allerdings müsse die EZB bis Ende des
Jahres, wenn neue Inflationsprognosen vorlägen, ohnehin erklären, wie
es mit "QE" weitergehe, sagten Notenbanker. So sei es beispielsweise
möglich, die Käufe 2017 schrittweise zu reduzieren, aber auch über
den März hinaus zu verlängern.
Das Programm ist hochumstritten. Obwohl ein kräftiger Aufschwung
und ein deutlicher Anstieg der Inflation durch "QE" ausgeblieben
sind, spricht die EZB von einem Erfolg. Banken und Versicherungen
beklagen hingegen, das Programm drücke das langfristige Zinsniveau
dramatisch und untergrabe so ihre Geschäftsmodelle. Leidtragende sind
auch private Anleger, die inzwischen mit herkömmlichen Anlagen
praktisch keine Zinsen mehr verdienen.
Pressekontakt:
Timo Pache, Chefredaktion 'Capital',
Tel. 030/220 74-5125, E-Mail: pache.timo@capital.de
www.capital.de
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Datum: 18.10.2016 - 12:10 Uhr
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