Robuste Konjunktur bei steigenden Risiken

Robuste Konjunktur bei steigenden Risiken

ID: 1414286

Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken für das 3. Quartal 2016



(PresseBox) - Die Konjunktur im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken zeigt sich auch im 3. Quartal 2016 äußerst robust. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage bei der IHK-Konjunkturumfrage erneut positiver als im Sommer 2016 und erreichen damit den höchsten Stand seit fünf Jahren. Vor allem in der Bauwirtschaft und im Dienstleistungsgewerbe lässt sich eine gestiegene Zufriedenheit feststellen. Im Großhandel und in der Industrie sind die Lageeinschätzungen stabil geblieben. Eine leichte Eintrübung ist im Einzelhandel zu verzeichnen. Die Geschäftserwartungen der Betriebe fallen hingegen insgesamt gedämpfter als im Vorquartal aus. Sie bleiben aber weiter zuversichtlich.
Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage der regionalen Unternehmen erreicht den höchsten Stand seit Herbst 2011. 52 Prozent (Vorquartal 50 Prozent) der Unternehmen sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während nur 6 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Betriebe mit der Geschäftslage unzufrieden sind. Getragen wird die aktuelle Aufwärtsentwicklung insbesondere von der Bauwirtschaft und dem Dienstleistungssektor. Auch der Einzelhandel bewegt sich aufgrund der stabilen Lohnentwicklung und der niedrigen Preissteigerung auf vergleichsweise hohem Niveau. Die Industriekonjunktur verläuft trotz des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds stabil.
Hinsichtlich des Geschäftsverlaufs in den nächsten zwölf Monaten zeigen sich die Unternehmen weniger zuversichtlich als im Vorquartal. Während 32 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) der Betriebe eine günstigere Geschäftsentwicklung erwarten, blicken 9 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Unternehmen mit Skepsis in die Zukunft. Diese gestiegene Skepsis dürfte an politischen Unsicherheiten wie den US-Wahlen, dem Brexit und der Entwicklung in China liegen. Insgesamt liegen die Zukunftserwartungen dennoch weiter deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.
Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken: ? Die stabile und robuste Geschäftslage sowie die anhaltend hohe Wettbewerbsfähigkeit unserer regionalen Unternehmen lassen ? trotz aller politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in den Auslandsmärkten ? ein weiterhin moderates Wachstum erwarten.?


Industrie stabil
Die Geschäftslage der regionalen Industrie liegt per saldo in etwa auf dem Niveau des Vorquartals. 49 Prozent der Betriebe melden wie im Vorquartal eine gute Geschäftslage, während nur 8 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Unternehmen den Geschäftsverlauf schlecht bewerten. Erhöht hat sich im Vergleich zum Vorquartal die Zahl der ausländischen Auftragseingänge. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen liegt nun so hoch wie seit Sommer 2011 nicht mehr. 38 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Betriebe verbuchten einen Zuwachs. 17 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) berichten über rückläufige Auslandsorders. Im Bereich der inländischen Auftragseingänge ist dagegen per saldo eine leichte Abschwächung festzustellen. Ein Drittel meldet wie im Vorquartal einen Anstieg der Inlandsorder, während 16 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) über Einbußen klagen.
Die zukünftige Geschäftsentwicklung wird per saldo fast genauso optimistisch wie im Vorquartal beurteilt. 37 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) der Betriebe gehen von einem günstigeren Geschäftsverlauf in den nächsten zwölf Monaten aus, während 7 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Unternehmen eine schlechtere Entwicklung erwarten. Hinsichtlich der zukünftigen Umsatzentwicklung rechnen 46 Prozent (Vorquartal 49 Prozent) der Betriebe mit einer Zunahme, während 9 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) von rückläufigen Umsätzen ausgehen.
Die Exporterwartungen für die kommenden Monate sind auf den höchsten Wert seit einem Jahr gestiegen und dies trotz steigender Risiken auf den Auslandsmärkten. 36 Prozent (Vorquartal 33 Prozent) der Unternehmen rechnen mit steigenden Exporten.
Die Investitionsplanungen bewegen sich auf dem Niveau des Vorquartals. 34 Prozent der Betriebe sehen höhere inländische Investitionsausgaben vor.
Dienstleister verbessern sich
Die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage durch die Dienstleister fällt im Branchenvergleich nach der Bauwirtschaft am zweitbesten aus. 55 Prozent (Vorquartal 51 Prozent) der Betriebe sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während lediglich 4 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden sind.
Dagegen haben sich die Auftragsvolumina erheblich abgeschwächt. Nur noch 28 Prozent (Vorquartal 49 Prozent) der Dienstleister berichten von steigenden Auftragsvolumina.
Dementsprechend kalkuliert nur noch ein Viertel (Vorquartal 41 Prozent) der Betriebe mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung. 8 Prozent (Vorquartal 3 Prozent) rechnen mit einer Verschlechterung. Insbesondere die Betriebe im Bereich Beratung und wirtschaftsnahe Dienstleistungen zeigen sich pessimistisch.
Baugewerbe auf Rekordniveau
Die regionale Bauwirtschaft erweist sich einmal mehr als Konjunkturmotor. 79 Prozent (Vorquartal 73 Prozent) der Betriebe bezeichnen den Geschäftsverlauf als gut, lediglich 2 Prozent (Vorquartal 3 Prozent) der Bauunternehmen sprechen von einer schlechten Geschäftslage.
Nachgelassen haben hingegen die Auftragseingänge. 40 Prozent (Vorquartal 46 Prozent) der Unternehmen berichten von gestiegenen Auftragseingängen, 9 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) mussten Rückgänge hinnehmen. Am besten ist die Auftragslage per saldo im Straßen- und Tiefbau sowie im gewerblichen Hochbau. 41 Prozent beziehungsweise 40 Prozent der Betriebe melden in diesen Teilbereichen steigende Auftragseingänge, nur 5 Prozent beziehungsweise 8 Prozent klagen über Auftragseinbußen. Im Bereich des Wohnungsbaus registrierten 43 Prozent eine steigende Ordertätigkeit, 21 Prozent berichten von einem Rückgang. Im öffentlichen Hochbau überwiegen dagegen weiter die negativen Stimmen.
Die Einschätzung der Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten hat sich gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert. 24 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft, 7 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) erwarten einen ungünstigeren Geschäftsverlauf.
Großhandel leicht verbessert
53 Prozent (Vorquartal 50 Prozent) der Großhändler berichten von einem guten Geschäftsverlauf, während 8 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) mit der aktuellen Geschäftslage nicht zufrieden sind.
Im Vergleich zum Vorquartal erhöht, haben sich die Bestellungen. 37 Prozent (Vorquartal 36 Prozent) der Betriebe berichten von einem Anstieg, während 11 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) sinkende Bestellungen melden.
Die Geschäftserwartungen für die nächsten zwölf Monate fallen ähnlich zuversichtlich wie im Vorquartal aus. Nach wie vor erwarten 43 Prozent eine günstigere Geschäftsentwicklung, 7 Prozent blicken skeptisch auf den weiteren Geschäftsverlauf. Der produktionsverbindende Großhandel zeigt sich dabei optimistischer als die konsumnahen Großhändler.
Einzelhandel gibt etwas nach
Die Lagebeurteilung im regionalen Einzelhandel fällt etwas weniger optimistisch als im Vorquartal aus. Sie bleibt aber auf einem für die Branche hohen Niveau. 40 Prozent (Vorquartal 44 Prozent) der Einzelhändler halten den Geschäftsverlauf für gut. 15 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) der Unternehmen bezeichnen die Geschäftslage als schlecht. Die positive Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklung wirkt sich nach wie vor günstig auf den privaten Konsum aus. Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden fällt per saldo beinahe genauso positiv wie im Vorquartal aus. Ein Fünftel (Vorquartal 25 Prozent) der Einzelhändler stuft das Kaufverhalten als kauffreudig ein. Jeder zweite Betrieb (Vorquartal 42 Prozent) spricht von einem saisonüblichen Kaufverhalten. 40 Prozent (Vorquartal 47 Prozent) der Betriebe kalkulieren mit steigenden Umsätzen.
30 Prozent (Vorquartal 33 Prozent) der Unternehmen gehen von einer günstigeren Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten aus. Ein Zehntel (Vorquartal 11 Prozent) blickt skeptisch in die Zukunft.
Arbeitsmarkt bleibt positiv
Die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes hält bei einer leicht abgeschwächten Dynamik an. 20 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) der Betriebe planen neue Mitarbeiter einzustellen, während 9 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) mit einem Personalabbau rechnet. Spitzenreiter bei den geplanten Neueinstellungen ist diesmal der Handel. 29 Prozent der Betrieb im Großhandel bzw. 23 Prozent im Einzelhandel planen Neueinstellungen.
An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben 429 Unternehmen mit insgesamt rund 89.000 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen.

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Datum: 19.10.2016 - 11:50 Uhr
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