Rheinische Post: Lauterbach fordert neue Gesetze nach EuGH-Urteil zu Preisbindung

Rheinische Post: Lauterbach fordert neue Gesetze nach EuGH-Urteil zu Preisbindung

ID: 1414387
(ots) - Der für Gesundheitspolitik zuständige
SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach sieht nach dem Urteil des
Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Preisbindung rezeptpflichtiger
Medikamente gesetzgeberischen Handlungsbedarf in Deutschland. "Ich
rechne fest damit, dass wir gesetzgeberisch handeln müssen", sagte
Lauterbach der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post"
(Donnerstagausgabe). Das sei nötig, um die Folgen dieses Urteils für
Verbraucher und Apotheker in Einklang zu bringen. Lauterbach sieht
für Verbraucher Vorteile, warnt jedoch vor einem Preiskampf zulasten
der Grundversorgung durch Apotheken. "Einerseits könnten solche
Patienten profitieren, die ein bestimmtes Medikament über einen
langen Zeitraum einnehmen müssen, da die Preise bei
Online-Versandapotheken voraussichtlich sinken werden", sagte der
SPD-Gesundheitspolitiker. Nachteile erwarte er jedoch deswegen, weil
insbesondere kleine Apotheken in der Fläche bei einem Preiskampf
nicht mithalten könnten. "Den Menschen geht damit im schlimmsten Fall
eine Grundversorgung mit Medikamenten zu jeder Tag- und Nachtzeit
verloren, wenn solche Apotheken schließen müssen", warnte Lauterbach.
Ein Kernproblem an den Folgen des Urteils sei, dass sich die
Online-Apotheken an die Preisbindung nicht mehr halten müssten, die
stationären Apotheken über das Arzneimittelgesetz aber schon. "So
entsteht eine erhebliche Wettbewerbsverzerrung", sagte Lauterbach. Um
Apothekern in dieser Lage zu helfen, schlägt der SPD-Politiker eine
bessere Vergütung anderer Leistungen vor. "Denkbar wäre es
beispielsweise, Apothekern die Beratungsleistung besser zu vergüten",
sagte Lauterbach der "Rheinischen Post".

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Datum: 19.10.2016 - 14:59 Uhr
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